Grenke unter Beschuss: An- oder ausgeknockt? - Seite 2

Gastautor: Armin Brack M.A.
21.09.2020, 12:00  |  1414   |   |   

Alles in allem also eine nahezu perfekte Spielwiese für eine neuerliche Short-Attacke gegen ein deutsches Finanz-Unternehmen.

Dabei sollte man nicht den Fehler begehen und Shortseller grundheraus verdammen und ausschließlich als gierig hinstellen. Sie haben grundsätzlich das gleiche Interesse wie alle anderen Anleger: Sie wollen Geld verdienen. Nur gehen sie nicht „long“ in ihren bevorzugten Aktien, sondern sie suchen sich Unternehmen mit undurchsichtigen Konzern-Strukturen und nicht leicht zu erklärenden Geschäftsabläufen aus, um hier gezielt gegen das Unternehmen zu wetten. Sie gehen „short“, verkaufen also die Aktien des Unternehmens leer. Mit dem Ziel, sie nach einem kräftigen Kurssturz viel billiger wieder zurückzukaufen.

Der Kurs-Absturz ist also ihr Gewinn. Und deshalb helfen sie gerne nach und platzieren ihre kritischen Vorbehalte in Form eines Short-Reports und mit lautem Getöse und seriösen und halbseidenen Anschuldigungen, um eine Panik der Anleger auszulösen. Denn Panik verspricht die stärksten Kurseinbrüche und damit für den Short-Seller den höchsten Gewinn.

Daher sind Short-Seller nicht gut gelitten bei normalen Anlegern. Denn sie attackieren die Unternehmen und sorgen für blutrote Zahlen im Depot. Aus reinem Eigennutz. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Anwürfe nicht auch Substanz haben können. Das macht die Short-Attacke ja so unberechenbar.

Hinweis: Eine ausführliche konstruktiv-kritische Betrachtung des Phänomens Short-Seller habe ich am Report vom 4. Juli unter dem Titel „Leerverkäufer: Doch nicht so „böse“ wie alle glauben?“ vorgenommen.

Was macht Grenke eigentlich?

Grenke ist ein Leasing-Spezialist für IT-Geräte. Dabei hat sich Grenke auf das sog. Small-Ticket-Leasing für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Bei diesem kleinteiligen Geschäft werden vor allem IT-Produkte wie PCs, Drucker, Kopierer, Telekommunikations-Geräte oder Software verleast und zwar ab einem Anschaffungswert von 500 Euro.

Grenke ist mit 140 Standorten in 32 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 1.700 Mitarbeiter. In Europa ist man nahezu flächendeckend präsent und in Deutschland, Italien und der Schweiz sogar Marktführer.

Neben dem Leasing-Geschäft setzt Grenke noch auf zwei weitere Standbeine, das Factoring, also der Ankauf von einzutreibenden Forderungen, und das Bankgeschäft, das sich vor allem auf die Finanzierung von Existenz-Gründern fokussiert. Eindeutiger Schwerpunkt ist aber das Leasing-Geschäft, womit Grenke 90 Prozent seiner Erträge erzielt und im Jahr 2019 mehr als 3,5 Milliarden Euro an Neugeschäft generierte.

Seite 2 von 4
GRENKE Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen



Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere handeln: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.




0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Grenke unter Beschuss: An- oder ausgeknockt? - Seite 2 Nach der neuen Short-Attacke von Fraser Perring scheiden sich die Geister. Droht hier ein neuer Fall Wirecard oder ist Grenke das Opfer einer fiesen Short-Attacke?