GRENKE IM FOKUS Finanzdienstleister im Visier von Shortsellern

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.09.2020, 13:29  |  392   |   |   

BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Der Finanzdienstleister und Leasingspezialist Grenke steht im Fadenkreuz von Leerverkäufern. Diese verbreiten Anschuldigungen und machen mit dem Kursrutsch der Aktie an der Börse Kasse. Ob von der Kritik tatsächlich etwas stimmt bleibt unklar, das Unternehmen weist die Vorwürfe vehement zurück und will sie unter anderem durch ein Sondergutachten aus der Welt schaffen. Doch liegt der dramatische Absturz des inzwischen insolventen Zahlungsabwicklers Wirecard noch nicht lang genug zurück, um bei den Börsianern nicht böse Erinnerungen wach werden zu lassen. Zur Lage bei Grenke, was die Analysten sagen und was die Aktie macht.

LAGE DES UNTERNEHMENS:

Trotz Notierung im Mittelwerteindex MDax wurde der Grenke AG bislang eher geringe Aufmerksamkeit in der Wirtschaftspresse zuteil. Das mag auch daran liegen, dass Grenkes Geschäftsmodell zumindest auf den ersten Blick wenig eingängig daherkommt.

1978 gründete Wolfgang Grenke als Student für Wirtschaftsingenieurwesen das Unternehmen in seinem Geburtsort Baden-Baden. Seine Geschäftsidee: Leasingverträge für damals zunehmend von Firmen benötigte Ausstattung wie Computer, Telefonanlagen und Kopierer. Der Konzerngründer ist zum vierzigsten Jubiläum seines Unternehmens vor zwei Jahren in den Aufsichtsrat gewechselt. Vorstandschefin ist seither Antje Leminsky.

Das Geschäft des sogenannten Small-Ticket-Leasing, also Leasing-Verträge für Gegenstände von kleinerem Wert, macht mittlerweile nur noch einen Teil des inzwischen in 32 Ländern agierenden Grenke-Konzerns aus - der 2016 das Wort Leasing aus dem Firmennamen strich. Zum Unternehmen gehört heutzutage auch eine Bank. Sie bietet neben Geschäftsgirokonten, Festgeld und Krediten auch das sogenannte Factoring an. Eine Factoring-Firma kauft anderen Unternehmen üblicherweise deren Forderungen gegenüber Kunden ab und kümmert sich dann - gegen Provision - selbst um die Abwicklung der Zahlungen.

Dem Geschäftsbericht zufolge erwirtschaftete der Konzern im Jahr 2019 weltweit mit knapp 1700 Beschäftigten einen Konzerngewinn von 142 Millionen Euro. 2020 sollten es nach ursprünglichen Planungen noch mehr sein, doch Corona macht wohl einen Strich durch die Rechnung. Zahlungsausfälle und eine höhere Risikovorsorge ließen den Gewinn in den ersten beiden Quartalen einbrechen. Bereits im April strich der Vorstand seine Jahresziele. Im Juni sprach Grenke immerhin von einer Belebung der Geschäfte.

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