GRENKE IM FOKUS Finanzdienstleister im Visier von Shortsellern - Seite 2

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.09.2020, 13:29  |  392   |   |   

Nach dem Virus macht nun jedoch der nächste Angreifer dem Konzern aus Baden-Baden das Leben schwer. Die Vorwürfe der Investorengruppe Viceroy Research lauten auf angeblichen Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche. Das garnierten die gefürchteten Shortseller mit Kritik am Geschäftsmodell und der Unternehmensführung.

Shortseller wie Viceroy gelten nicht als der Robin Hood der Kleinanleger, selbst wenn sie sich als solcher ausgeben. Hinter der Firma steht Fraser Perring, der 2016 den Zahlungsdienstleister Wirecard mit dem berühmt-berüchtigten Zatarra-Report angriff. Das wilde Sammelsurium an Vorwürfen verpuffte jedoch damals, bevor Wirecard im vergangenen Jahr von der "Financial Times" angegangen wurde, die mit dem Material eines Whistleblowers letztlich den Sturz des Tech-Aufsteigers einleitete.

Vorgeknöpft hat sich Viceroy aber in der Vergangenheit auch andere, etwa den Medienkonzern ProSiebenSat.1 und die Pharmafirma Sorrento Therapeutics. Auch der Handelskonzern Steinhoff , ebenfalls vor ein paar Jahren in einen Bilanzskandal verwickelt, steht auf Viceroys Liste.

Auf ihrer Internetseite verteidigt die Firma Viceroy Research ihr Tun mit dem angeblichen öffentlichen Interesse, räumt aber auch unverblümt ein, dass sie selbst von fallenden Aktienkursen durch eigene Positionen profitieren könnte. Der 64 Seiten lange Bericht zu Grenke spiegele die Meinung der Autoren wider. Er sei aber Ergebnis einer fundierten Recherche, gespeist aus angeblich offiziellen und verlässlichen Informationsquellen. Grenke-Aktien habe Viceroy leerverkauft.

Grenke selbst konterte und wies sämtliche Vorwürfe und Anschuldigungen als unbegründet zurück. Nachdem Unternehmensgründer Wolfgang Grenke sich zuvor bereits in einem kurzen Statement geäußert hatte, teilte der Leasingkonzern am Freitagnachmittag dann mit, dass der Aufsichtsrat den bestehenden Abschlussprüfer KPMG mit einer Prüfung beauftragt habe. Ein Sondergutachten soll nun Klarheit bringen.

Am Montag legte die Grenke AG nach: So prüft der Leasingspezialist nun die Integration seines stark kritisierten Franchisesystems in den Konzern. Wolfgang Grenke, bis dato stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, biete dabei die Übernahme der von der Gesellschaft CTP gehaltenen Beteiligungen an den Franchisegesellschaften an. Den möglichen Erwerb will der Konzern von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen lassen. Ebenso sollen Franchise-Übernahmen der Vergangenheit durchleuchtet werden.

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