SCHAEFFLER IM FOKUS Elektromobilität als Weg aus der Krise?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
22.09.2020, 13:44  |  608   |   |   

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Beim Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler machen sich die Folgen der Corona-Krise und die anhaltend maue Autokonjunktur deutlich bemerkbar. Zuletzt rutschte der SDax-Konzern aus Herzogenaurach zwei Quartale in Folge unter dem Strich in die Verlustzone. Bis Ende 2022 wollen die Franken nun vor allem in Deutschland Tausende weitere Stellen abbauen. Zudem hat Schaeffler kürzlich die Voraussetzungen für eine Kapitalerhöhung geschaffen. Was beim Unternehmen los ist, wie Analysten die Perspektiven bewerten und wie sich die Aktie schlägt.

DAS IST LOS BEI SCHAEFFLER:

Schaeffler steckt im Umbau. Der Spezialist für Kupplungen, Getriebe und Wälzlager befindet sich mitten im Schwenk zur Elektromobilität. Mit Investitionen soll der Wandel vorangetrieben werden. Nicht zuletzt deshalb wurde vergangene Woche auf einer außerordentlichen Online-Hauptversammlung beschlossen, die Ausgabe von bis zu 200 Millionen neuer Aktien zu ermöglichen. Es gebe derzeit aber keine konkreten Übernahmeziele, sagte Familiengesellschafter Georg Schaeffler. Es gehe nur um Optionen und Flexibilität.

Mit dem Geld aus einer möglichen Kapitalerhöhung könnte Schaeffler den Angaben zufolge auch "potenzielle Wachstumschancen" nutzen. Konzernchef Klaus Rosenfeld hatte kürzlich betont, dass die Maßnahme Teil eines Plans sei, um das Unternehmen gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen zu lassen. Auch ein Zukauf sei perspektivisch durchaus denkbar.

Zuletzt waren die Franken mit Plänen in die Schlagzeilen geraten, bis 2022 insbesondere an deutschen Standorten rund 4400 ihrer weltweit mehr als 80 000 Stellen abzubauen, um den Konzern krisenfester zu machen. Schaeffler-Mitarbeiter in ganz Deutschland protestierten gegen die Pläne.

Im zweiten Quartal hatte der Konzern die Auswirkungen der Krise stark zu spüren bekommen und unter dem Strich tiefrote Zahlen geschrieben. Der Umsatz brach zum Vorjahreszeitraum um über ein Drittel ein. Bereits vor der Pandemie machte sich die Schwäche der Autoindustrie bemerkbar. Nun trifft die Virus-Krise den Zulieferer mit Wucht.

Wegen einer Wertminderung in der Automotive-Sparte und zusätzlichen Kosten für den Stellenabbau hatten die Franken schon im ersten Quartal unter dem Strich einen hohen Verlust ausgewiesen. Rosenfeld sprach damals davon, dass Schaeffler in Anbetracht der hohen Unsicherheiten bewusst Risiken aus der Bilanz genommen habe.

Anfang Mai hatte der Manager angekündigt, dass die kommenden Monate "sicher kein Spaziergang" werden würden. Man müsse sich auf eine globale Rezession einstellen und es sei nicht davon auszugehen, dass das Vorkrisen-Niveau schnell wieder erreicht werde.

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