KMU-Finanzierung Kapitalspritze in der Krise – es muss kein klassisches Darlehen sein

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
23.09.2020, 15:20  |  201   |   |   


Ein Beitrag der Quirin Privatbank Redaktion:

Mittelständler, die Geld für die Finanzierung ihres Unternehmen benötigen denken meist direkt an einen Bankkredit. Dabei können KMU auch auf ganz andere Finanzierungsquellen zurückgreifen. Mittelstandsanleihen, IPO, Debt-Fonds und Schuldscheine sind lohnenswerte Optionen für einen breit aufgestellten Finanzierungsmix.

Die Kreditnachfrage von deutschen und europäischen Unternehmen ist im Zuge der Corona-Krise auf einen neuen Höchststand geklettert. Laut dem Quartalsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) war die Nachfrage nach Krediten in der Eurozone im zweiten Quartal so hoch wie seit 2003 nicht mehr. Bei der Unternehmenskreditnachfrage ergab sich laut EZB demnach ein Anstieg um 62 Punkte. Die hohe Nachfrage spiegelt den Liquiditätsdurst der Unternehmen wider, denn seit der Pandemie ist ihr Umsatz stark zurückgegangen. Womöglich legen sich Firmen zudem einen Kapitalpuffer für den Fall zu, dass bald ein weiterer Wirtschaftseinbruch kommt. Eine so große Anzahl von Kreditaufnahmen bleibt nicht folgenlos: Unternehmen müssen ab dem dritten Quartal mit Konsequenzen rechnen. Demnach wird eine deutliche Straffung der Standards für Unternehmenskredite erwartet. Grund dafür sind in diesem Zeitraum auslaufende staatliche Kreditgarantieprogramme.

Basel-Bestimmungen sorgen für Kampf um die Finanzierung

Der Bedarf an hohen Krediten ist in Krisenzeiten vollkommen nachvollziehbar. Dennoch zeichnete sich schon vor der Krise der Trend ab, dass deutsche Mittelständler ihr Wachstum durch Kredite zu einseitig finanzieren. Wenn KMU nur auf das klassische Bankdarlehen setzen, verschenken sie jedoch nicht nur Chancen, sondern begeben sich auch in mögliche Schwierigkeiten. Denn nach der Corona-Krise müssen Unternehmen höchstwahrscheinlich mit einer starken Anhebung der Kreditstandards rechnen. Das hat dann negative Auswirkungen auf Zinsen, Anforderungen, Kreditlaufzeiten und Tilgungsraten.

Doch damit nicht genug könnten mit den Bankenrichtlinien Basel III und Basel IV langfristig weitere starke Restriktionen auf die Geldhäuser zukommen. Das bekommen dann auch kapitalhungrige Unternehmen zu spüren. So sorgen die Eigenkapitalbestimmungen der Basel-Richtlinien dafür, dass Kredite zu weniger erschwinglichen Konditionen angeboten werden. Banken sieben dann noch stärker aus und schauen noch genauer, wem sie ein Darlehen gewähren und wem nicht. Unternehmen sollten sich daher schon jetzt Gedanken machen, welche alternativen Finanzierungsquellen abseits des klassischen Bankenkredits infrage kommen.

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