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Stimmung im Forum dreht Nur "Wirecard-Phantomschmerzen" oder wird Grenke doch zur nächsten Superpleite?

23.09.2020, 16:11  |  19542   |   |   

Vergangene Woche erhob der Hedgefonds Viceroy Research schwere Vorwürfe gegen den in Baden-Baden ansässigen Finanzdienstleister Grenke. Das MDax-Unternehmen sah sich daraufhin mit großen Verlusten an der Börse konfrontiert. Während der Gründer Wolfgang Grenke nach den Betrugsvorwürfen sein Aufsichtsratsmandat ruhen lässt und das Leasingunternehmen eine unabhängige Wirtschaftsprüfung ankündigt, kaufen Großaktionäre wie Jupiter Fund Management und Norman Rentrop Aktienpakete nach. Auch die User im Grenke-Forum auf wallstreet:online glauben weitestgehend an die Familie Grenke.

Belth: „Ich denke nicht, dass der Markt hier wirklich an einen Betrug glaubt. Die meisten Vorwürfe sind nachweislich übertrieben oder sogar komplett aus der Luft gegriffen. Allerdings muss man mal faktisch feststellen, dass Grenke selbst jetzt zum Kurs von 30 Euro immer noch mit einem KGV von über 10 bezogen auf ihren historischen Rekordgewinn 2019 bewertet sind. Zu einer Zeit, in der selbst solide Banken, wie die niederländische ING-Gruppe mit einem KGV von um die 5 bewertet sind, würde ich Grenke auch ohne Betrug nicht als günstig bezeichnen.“

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lazy-invest: „Grenke spiegelt mit seinem Portfolio lediglich die Nachfrage wider. Grenke verkauft diese Produkte nicht, sondern bietet lediglich die Finanzierungsmöglichkeit. Wenn jetzt oder in fünf Jahren andere Geräte mit anderer Technik benötigt werden, wird Grenke auch diese finanzieren und sich das Portfolio entsprechend wandeln. Eher zeigt das aktuelle Portfolio noch auf, mit welcher Technik europäische Firmen unterwegs sind und was für ein Investitionsbedarf dementsprechend noch ansteht. Insbesondere in der IT wird noch einiges aufgerüstet werden müssen in den kommenden Jahren – um Liquidität zu schonen natürlich mit Finanzierungslösungen (im besten Fall von Grenke). Insofern profitiert Grenke maßgeblich von der Digitalisierung und das wurde bisher auch so gesehen und bewertet.“

auchLohn: „Das ist jetzt völlig egal, wer sich wie äußert. Die Aktie fassen nur noch Zocker und Leerverkäufer an. Für Investoren ist das einfach zu riskant. Selbst wenn an den Vorwürfen gar nichts dran wäre, geht das jetzt seinen Gang. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale aus Misstrauen, Angst und Kapitalabzug. Oft genug gesehen, warum soll es diesmal anders sein.“

Experialist: „Man kann das Spiel ja auch andersrum spielen. Wenn die BaFin eine Art forensischer Untersuchung bei Grenke ankündigt, geht der Kurs nochmal nach Süden. Nach Wirecard ist der Druck zum Handeln auf die BaFin hoch. Dann spielt man halt kein Short- sondern ein Long-Spielchen. Wahrscheinlicher ist, dass nicht Viceroy short ist, sondern irgendein Strohmann, der für sie arbeitet. Das haben sie nicht ausgeschlossen. Spannend! Die Wirecard-Story wird noch einen Menge Phantomschmerzen verursachen. Großartige Sache für den Börsenstandort hier.“

Zwischen Rebound und weiterer Short-Attacke

DerKönig: „Wenn ich die ganzen Beiträge hier lese, scheint sich doch die Stimmung zu Gunsten von Grenke zu drehen. Insgesamt scheinen die allermeisten Vorwürfe bereits widerlegt. Da ein so großer Teil des Unternehmens in Familienbesitz ist, halte ich einen groß angelegten Betrug für unwahrscheinlich. Viceroys Short-Attacken liefen schon oft ins Leere. Ich betrachte Aktien gern rein charttechnisch. Und da sieht es so aus, dass Grenke überverkauft war, das für einen starken Rebound spricht. Ich denke, dass sich dieser Rebound die nächste Woche fortsetzen wird, es sei denn, es kommt gleich die nächste Short-Attacke. Wobei mir die Fantasie fehlt, welchen Inhalt die haben sollte.“

PawnJo: „Das Statement wurde leider von vielen als Eingeständnis missinterpretiert. Ganz offensichtlich handelt es sich um kein Eingeständnis! Man hat lediglich erkannt, dass das CTP-Konstrukt mitsamt Franchisebeteiligungen undurchsichtig ist. Durch diese Art Intransparenz ist man angreifbar. Wie könnte man das leugnen? Man muss sich nur den Chart anschauen. Nun hat man Konsequenzen gezogen und die Weichen für eine Umstrukturierung, ja sogar eine Optimierung des Franchisesystems gestellt. Vollkommen richtig so! Würde man diesen Schritt nicht gehen, dann wäre es nur eine Frage der Zeit bis man an dem Punkt, an dem wir jetzt stehen, wieder steht – auch nach einem entlastenden KPMG-Sondergutachten. Über eine Sichtweise à la ‚Wäre da nichts im Busch, müsste man ja jetzt nichts ändern‘ kann ich daher nur den Kopf schütteln. Das Bekenntnis der Familie Grenke ihre Aktienpakete langfristig zu halten, ist natürlich ein starkes Zeichen! Vom Shortseller Viceroy haben wir nicht mehr viel zu befürchten. Von dem kam doch bisher nur heiße Luft. Nicht mehr lange und wir sind wieder im 40er-Bereich. Eine endgültige Erholung des Kurses sehen wir dann, wenn das KPMG-Sondergutachten da ist.“

aktentiger2: „Außer mir, scheint es noch jemanden zu geben, der an die Unschuld von Grenke glaubt. Auf Tradegate wurden um 17.30 Uhr über 20.000 Stück gekauft.“

Der Kurs der Grenke-Aktie hat sich nach dem Tief von 23,92 Euro leicht erholt. Nach dem Wirecard-Skandal dürften einige Aktionäre ein Déjà-vu befürchten. Zumal der Shortseller Viceroy Parallelen zu Wirecard in seinen Anschuldigungen zog. Ob Grenke seine geschädigte Reputation mit dem in Auftrag gegebenen Sonderbericht wieder aufpeppen kann, wird sich zeigen.

Bis zum nächsten Börsengeflüster,

Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion


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