PwC Krankenhaus-Vergleich 2020 Die finanzielle Kluft zwischen öffentlichen und privaten Kliniken wächst weiter

Nachrichtenagentur: news aktuell
24.09.2020, 16:10  |  400   |   |   
Düsseldorf (ots) -

- Krankenhaus-Vergleich 2020 von PwC: Öffentliche Krankenhäuser verzeichnen
deutliches Rentabilitätsminus
- MDK-Umsatz-Quote setzt Kliniken unter Druck
- Private Kliniken nutzen bei Investitionen vor allem Eigenkapital
- PwC-Experte Michael Burkhart: "Unsere Kennzahlen zeigen deutlich die
unterschiedlichen Ausgangslagen, von denen die Kliniken in die
Coronavirus-Pandemie gestartet sind."

Im Hinblick auf ihre finanzielle Situation driften öffentliche und private
Kliniken in Deutschland immer weiter auseinander. Ein Grund dafür sind
unterschiedlich hohe Investitionen. Neben Kostendeckung und Liquidität spielen
nachträgliche Rechnungskorrekturen durch den Medizinischen Dienst der
Krankenkassen (MDK) eine immer größere Rolle. So lauten einige der
Kernergebnisse der Studie "Krankenhäuser im Vergleich - Kennzahlen 2020" der
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers
Deutschland (PwC). Für die aussagekräftige Benchmark-Analyse hat PwC die
Jahresabschlüsse von mehr als 100 deutschen Kliniken in öffentlicher, privater
und freigemeinnütziger Trägerschaft untersucht und die relevantesten Kennzahlen
des Jahres 2019 verglichen.

Privatkliniken liegen bei Rentabilität weiter vorne

Die Rentabilität der Kliniken in öffentlicher, freigemeinnütziger und privater
Trägerschaft fiel 2019 insgesamt relativ niedrig aus - wie bereits im Vorjahr.
Obwohl private Kliniken weniger Fördermittel als die Krankenhäuser anderer
Trägerschaften in Anspruch nehmen, wirtschaften sie am rentabelsten. Das zeigt
die um Abschreibungen und Fördermitteleffekte bereinigte EBITDA-Quote. Sie lag
2019 bei den privaten Kliniken bei 7,8 Prozent (2018: 7,6 Prozent) - und damit
deutlich vor der Rentabilität anderer Träger. So verzeichneten freigemeinnützige
Krankenhäuser einen leichten Rückgang auf 2,6 Prozent (2018: 2,9 Prozent),
öffentliche Kliniken dagegen mit -4,4 Prozent deutliche Einbußen (2018: 0,5
Prozent). Auch beim Cash-Management haben private Träger die Nase vorn: Zwar
erhöhte sich die Forderungsreichweite leicht, aber mit einem DSO-Plus (Days
Sales Outstanding) um 1,2 auf 46,4 Tage warten die privaten Kliniken deutlich
kürzer auf ihr Geld als die öffentlichen mit 58,8 Tagen (2018: 58,4).

Auch die Material- und Personalaufwandsquote ist eine wichtige Kennzahl dafür,
wie effizient Krankenhäuser wirtschaften. Mit 92,1 Prozent des Umsatzes ist sie
bei den öffentlichen Kliniken immer noch sehr hoch (2018: 90,5 Prozent). Von 100
Euro bleiben ihnen damit nur acht Euro für Reparaturen, Finanzierungen und
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