Siemens Energy Börsengang: Aktie gleich kaufen?!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
28.09.2020, 15:38  |  3276   |   |   

Mit dem Börsengang von Siemens Energy (WKN: ENER6Y) trennt sich die Mutter Siemens (WKN: 723610) von ihrer Energiesparte. Ab dem 28. September 2020 ist die Aktie von Siemens Energy an den Börsen handelbar. Branchenbeobachter warten bereits seit längerer Zeit auf den Spin-off der Energiesparte. Aufgrund der Entwicklungen rund um erneuerbare Energien ist die Siemens-Tochter ein spannender Kandidat, um sich im Bereich Energie zu positionieren, da das Unternehmen als breit aufgestellt gilt.

Ein Börsengang ist immer eine spannende Angelegenheit, weshalb wir einen gemeinsamen Blick auf den IPO von Siemens Energy werfen möchten. Dabei gehen wir auf mögliche Herausforderungen und Chancen ein, um abschließend zu bewerten, ob man die Aktie gleich kaufen oder eher noch abwarten sollte.

Details zum Börsengang von Siemens Energy

Die Erstnotierung erfolgte zum Preis von 22,01 Euro je Anteilsschein. Gegen die Mittagszeit am IPO-Tag liegt der Kurs einer Aktie von Siemens Energy bei etwa 22,50 Euro – damit liegt der Kurs nur leicht über dem Ausgabepreis. Durch den Spin-off haben Aktionäre je zwei gehaltener Siemens-Aktien jeweils eine Aktie von Siemens Energy erhalten.

Siemens trennt sich zwar formell durch den Börsengang von seiner Energiesparte, bleibt allerdings mit rund 35 % noch als Ankeraktionär am Unternehmen beteiligt. Weitere 10 % gehen an den Pensionsfonds des Konzerns. Im Laufe der Zeit sollen diese beiden Anfangspositionen jedoch schrumpfen – Siemens möchte voraussichtlich mit 25 % der Anteile Ankeraktionär bleiben. Zuvor hatte Siemens auch seine Gesundheitssparte mittels eines Spin-offs an die Börse gebracht. Üblicherweise behält die Mutter noch einen Großteil der Anteile, um die Tochter weiterhin lenken zu können. Joe Kaeser ist beispielsweise im Aufsichtsrat von Siemens Energy vertreten.

Die Geschäftsbereiche im Überblick

Siemens Energy kann man im Grunde genommen in zwei Bereiche aufteilen. Zum einen ist da die Kraftwerkssparte und zum anderen die Windsparte. Medienberichten zufolge bewerten Experten allein die aus Gas & Power bestehende Kraftwerkssparte mit 10 bis 15 Mrd. Euro. Zudem kann man eine hohe Beteiligung an der Siemens-Tochter für Windkraftanlagen, Siemens Gamesa, vorweisen.

Damit ist man also gut aufgestellt, vor allem im Bereich der Windenergie. Jedoch ist man noch ziemlich abhängig von der Kohlekraftwerk-Industrie. Wer die Klima-Debatten und Fridays-for-Future-Demonstrationen verfolgt, weiß, warum. Genauso wie Atomkraft erfreut sich die Kohlekraft im Moment nur geringer Beliebtheit. Bisher verdient man gutes Geld bei Bau und der Wartung von Generatoren und Turbinen für Kohlekraftwerke. Es ist allerdings absehbar, dass dieser Markt schrumpfen wird. Darüber hinaus kann man meiner Meinung nach nicht mehr von einem „sicheren“ Geschäft sprechen, da man in diesem Bereich oftmals politischer Willkür ausgesetzt ist.

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