Aurora Cannabis Kursdebakel findet seine Fortsetzung

29.09.2020, 15:53  |  1194   |   |   

Die Aktie befindet sich seit geraumer Zeit auf Talfahrt. Die Dynamik der Abwärtsbewegung ist mit beachtlich nur unzureichend beschrieben. Fast scheint es so, als würde die Abwärtsbewegung nach der Zahlenveröffentlichung noch einmal Fahrt aufnehmen… Aus charttechnischer Sicht hat das Kursdebakel nach dem Unterschreiten des markanten Mai-Tiefs eine neue Qualität erreicht. 

Die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal fielen wie erwartet eher bescheiden aus. Das Unternehmen hatte bereits Anfang September ein paar Einblicke gewährt und Eckdaten vorgelegt. Die Finanzergebnisse selbst wurden schließlich am 22.09. nach Handelsschluss vorgelegt und den (bange) wartenden Marktakteuren präsentiert. Was sich in puncto Kursentwicklung am 22.09. und am Tag darauf abspielte, war allerdings nur etwas für Hartgesottene… 

Noch am 22.09. – also im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung – legte die Aktie deutlich zu. Ausgehend von knapp 8,5 CAD kratzte sie im Verlauf des Dienstagshandels (22.09.) an der Marke von 10,0 CAD. Offenkundig haben einige auf eine positive Überraschung bei der Zahlenveröffentlichung gesetzt (spekuliert). Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2020 (3-Monats-Zeitraum zum 30.06.2020) wurden nach Handelsschluss am 22.09. vorgelegt. Gleichzeitig wurde der Ausblick auf das 1.Quartal des Geschäftsjahres 2021 (gleichbedeutend mit dem 3-Monats-Zeitraum zum 30.09.2020) veröffentlicht. Und das Desaster nahm seinen Lauf. Am Mittwoch (23.09.) erfolgte der „Aderlass“. Die Aktie setzte zur Talfahrt an und unterschritt hierbei auch den Bereich von 7,5 CAD. Damit hat sich das Chartbild weiter eingetrübt. Doch dazu später mehr. Schauen wir zunächst auf die Daten. 

Das Unternehmen gab für den aktuellen Berichtszeitraum einen Nettoumsatz in Höhe von insgesamt 72,114 Mio. CAD (davon 67,5 Mio. durch den Verkauf von Cannabis) an, nach 75,520 Mio. CAD (davon 69,6 Mio. CAD durch den Verkauf von Cannabis) im Vorquartal. So weit, so erwartet. Das Unternehmen generierte einen Nettoverlust in Höhe von -1,862 Mrd. CAD, nach einem Nettoverlust in Höhe von -0,140 Mrd. CAD im Vorquartal, dem 3. Quartal des Geschäftsjahres 2020 (3-Monats-Zeitraum zum 30.03.2020). Das Ergebnis wurde im vierten Quartal unter anderem durch Abschreibungen in Höhe von 1,815 Mrd. CAD belastet. Doch auch um Sondereffekte bereinigt verblieb ein adjustiertes EBITDA in Höhe von -34,606 Mio. CAD; nach -50,427 Mio. CAD im Vorquartal. 

So desaströs, wie die Q4-Zahlen erscheinen mögen, nach der Veröffentlichung der Eckdaten Anfang September war der Markt im Großen und Ganzen darauf vorbereitet gewesen. Worauf er nicht vorbereitet war, war die Umsatzprognose des Unternehmens für das 1. Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2021. Für dieses erwartet Aurora Cannabis einen Umsatz durch den Verkauf von Cannabis in Höhe von 60 bis 64 Mio. CAD (in Q4 waren es 67,5 Mio. CAD). Das lag deutlich unter den Erwartungen und dürfte damit maßgeblich für den Abverkauf am Mittwoch (23.09.) verantwortlich gewesen sein. Und von diesem erholte sich die Aktie auch am gestrigen Donnerstag nicht. 

Das Chartbild hat sich mit dem Verlust des markanten Mai-Tiefs (7,5 CAD) massiv eingetrübt. Die Aktie baut derzeit ein neues 52-Wochen-Tief aus. Um es einmal plakativ zu formulieren – die Falltür hat sich geöffnet. Mit jedem Tag, an dem die Aktie nun unterhalb von 7,5 CAD notiert, gewinnt der Bruch an Nachhaltigkeit… Ein rasches Comeback oberhalb von 7,5 CAD wäre daher eminent wichtig… 
 

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