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Thermischer Energiespeicher CleanTech-Start-up Kraftblock gewinnt neuen Investor – das sagt Thelen

Das deutsche Energiespeicher-Start-up Kraftblock konnte sich ein Millionen-Investment des internationalen Investors Kees Koolen sichern. Tech-Investor Frank Thelen hatte bereits 2018 mit seinem Venture-Capital-Fonds Freigeist in das grüne Start-up investiert. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte Thelen nun, welches Potenzial er in Kraftblock sieht.

Das Energiespeicher-Start-up aus der Nähe von Saarbrücken sicherte sich nach eigenen Angaben „ein mittleres einstelliges Millionen-Investment“ von der niederländischen Investmentgesellschaft Koolen Industries. Dies erklärten Sprecher des Jungunternehmens am Freitag per Pressemitteilung.

Kraftblock hat einen Hochtemperaturspeicher entwickelt, der industrielle Abwärme sowie überflüssigen Strom in Form von Wärmeenergie speichern kann. Dazu wird im Kraftblock-Speicher ein spezielles Granulat auf 1300 Grad erhitzt. Bis zu zwei Wochen kann die Energie dann ohne große Verluste gespeichert werden. Die Wärme könnte anschließend beispielsweise in das Fernwärmenetz eingespeist oder mittels Dampfturbinen in Strom umgewandelt werden. Außerdem sei auch eine Umwandlung der Energie in Gas möglich.

Thelens Venture-Capital-Fonds habe bereits 2018 in das Energiespeicher-Start-up investiert, „weil wir überzeugt davon sind, dass Kraftblock einen zentralen Baustein für die Energiewende liefern kann. Um den Umstieg auf ausschließlich saubere Energiequellen zeitnah umzusetzen, braucht es Speicherlösungen, die die Volatilität von erneuerbaren Energien ausgleichen und das Stromnetz dauerhaft mit Energie versorgen können. Hierfür hat Kraftblock auf Basis von Nanotechnologie einen Hochtemperaturspeicher entwickelt, mit dem sich dieses Vorhaben erstmals ökologisch und ökonomisch sinnvoll umsetzen lässt“, so Thelen gegenüber wallstreet:online.

Kraftblock will das Geld nutzen, um neue Mitarbeiter einzustellen und Projekte voranzubringen. Insgesamt gäbe es Verhandlungen für mehr als 30 Projekte, berichtet das Handelsblatt. Potenzielle Kunden kämen beispielsweise aus der Abfallentsorgung und der Stahlbranche.

Thelen forderte von der Politik eine Abschaffung der Doppelbelastung für alle Stromspeicher – bisher müssen bei Stromspeichern sowohl bei der Einspeicherung als auch bei dem Einspeisen in das Stromnetz Steuern gezahlt werden. Zwar sieht eine EU-Vorlage die Abschaffung der Doppelbelastung für Stromspeicher vor, allerdings plant die Bundesregierung nicht „alle Speicher von etwaigen "Doppelbelastungen" zu befreien“.

Gegenüber wallstreet:online erklärte Tech-Investor Thelen: „Auf lange Sicht bleibt zu hoffen, dass der Staat ein EEG verabschiedet, in dem der wirtschaftliche Einsatz von Stromspeichern und somit letztendlich auch die Energiewende nicht durch eine Doppelbelastung verhindert werden.“

Autor: Ferdinand Hammer





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