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Abgasskandal Fünf Jahre VW-Dieselskandal und die Folgen

06.10.2020, 09:43  |  1916   |   |   

Vor fünf Jahren ist die Abgasaffäre bei Volkswagen in den USA aufgeflogen und löste die schwerste Krise der Unternehmensgeschichte aus. Es wurde bekannt, dass die Volkswagen AG illegale Abschalteinrichtungen in der Motorsteuerung ihrer Diesel-Fahrzeuge nutzt. Ein klarer Verstoß gegen amerikanisches Bundes- und Landesrecht. Kurz darauf trat VW-Chef Martin Winterkorn zurück – obwohl er sich „keines Fehlverhaltens bewusst“ war. Juristisch ist der Abgasskandals bis heute nur zum Teil aufgearbeitet.

 

Am 3. September 2015 gab VW gegenüber der CARB und der US-Umweltbehörde EPA zu, Fahrzeuge mit einem „defeat device“ entwickelt und gefertigt zu haben, um die Abgaskontrollsysteme zu umgehen. Durch Manipulationen an der Motorsteuerungssoftware wurden die US-amerikanischen Abgasnormen im Prüfstandmodus zwar erreicht, doch im Normalbetrieb schaltete sich ein Teil der Abgasreinigungsanlage weitgehend ab. So konnten giftige Stickoxide (NOx) in die Luft gelangen und die erlaubten Grenzwerte wurden um ein Vielfaches überschritten.

Elf Millionen Fahrzeuge weltweit betroffen

In Deutschland nahm der VW-Abgasskandal am 8. Oktober 2015 an Fahrt auf: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig und das Landeskriminalamt Niedersachsen ordneten Hausdurchsuchungen in den Geschäftsräumen des Wolfsburger Autokonzerns an, um Beweismaterial zu sichern. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) teilte am 15. Oktober 2015 mit, dass die von VW eingesetzte Motorsoftware eine „unzulässige Abschalteinrichtung“ ist und ordnete einen verpflichtenden Rückruf von 2,4 Millionen Dieselfahrzeugen an, „um einen regel- und zulassungskonformen Zustand der betreffenden Fahrzeuge herzustellen“.

Laut Volkswagen ist die Betrugssoftware in weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen von VW, Audi, Seat und Skoda mit der Motorenreihe VW EA189 im Einsatz. Doch auch die Nachfolgereihe VW EA288 ist vom Abgasskandal betroffen. 2017 entdeckte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) außerdem im VW-Motor EA897 verbotene Abschalteinrichtungen. Der Sechszylinder Euro-6 3,0-Liter-TDI-Motor ist unter anderem im Porsche Cayenne, im VW Touareg und in mehreren Audi-Modellen verbaut worden. Der VW-Konzern musste schon zahlreiche Prozesse führen und wurde zu Strafen in Milliardenhöhe verurteilt.

Dieselgate: schwerwiegende Folgen für die Autobranche

Als zweitgrößter Autokonzern der Welt (nach Toyota) machte Volkswagen 2015 Milliardengewinne – dann der tiefe Fall. Der gigantische Abgasbetrug hat dramatische Konsequenzen für die gesamte Autobranche. Auch Daimler, BMW, Opel, Fiat und Mitsubishi stehen jetzt unter dem Verdacht, in der Schadstoffreinigung in rechtlichen Grauzonen zu agieren. In immer mehr Diesel-Modellen werden unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden.

Das Image des sauberen Diesels ist heute nachhaltig zerstört und die finanziellen Folgen sind auch fünf Jahre nach dem Auffliegen des Dieselskandals noch nicht absehbar: Bisher mussten VW und die Tochterunternehmen Audi, Porsche, Seat und Skoda etwa 32 Milliarden Euro an Rechtskosten bezahlen.

Die Aufarbeitung geht weiter

Während Volkswagen die US-Verbraucher auf Druck der Justiz zügig entschädigt hat und dort längst strafrechtlich gegen die Verantwortlichen vorgegangen wurde, dauert die Aufarbeitung in Europa noch an. Zwar wurden in Deutschland bereits hohe Entschädigungssummen gezahlt, doch die strafrechtliche Aufarbeitung ist hier noch lange nicht abgeschlossen. So steht unter anderem noch der Vorwurf der Marktmanipulation im Raum.

Die Betrugsanklage gegen Ex-Konzernchef Winterkorn hat das Braunschweiger Landgericht am 9. September 2020 zugelassen. Den Ex-VW-Chef und vier weitere Führungskräfte erwartet jetzt ein Prozess wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. Auch in den USA wurde ein Haftbefehl gegen Winterkorn erlassen. Dazu kommen diverse Gerichtsverfahren, in denen Anleger VW wegen Aktienkurs-Verlusten auf Schadensersatz verklagen.

Seit dem 30. Oktober 2020 stehen der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler, Ex-Porsche-Chef Wolfgang Hatz und zwei Ingenieure in München vor Gericht. Ihnen wird Betrug, Falschbeurkundung und strafbare Werbung vorgeworfen. Wer wann was genau wusste und zu verantworten hat, ist bis heute in vielen Punkten ungeklärt.

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