K+S IM FOKUS Mit einer Rosskur zurück in die Spur

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
08.10.2020, 08:35  |  293   |   |   

KASSEL (dpa-AFX) - Der von hohen Schulden geplagte Dünger- und Salzkonzern K+S will mit Sparprogrammen und einem Spartenverkauf zurück in die Spur finden. Dabei gab es nun einen entscheidenden Fortschritt. Was bei dem Unternehmen los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI K+S:

Es soll der Befreiungsschlag werden: K+S hat einen Käufer für das amerikanische Salzgeschäft gefunden - und der ist auch noch bereit, inklusive Schulden 3,2 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd Euro) zu zahlen. Das ist viel mehr als von vielen Industrieexperten für möglich gehalten. Konzernchef Burkhard Lohr kann die hohe Verschuldung des hessischen Unternehmens nun womöglich noch mehr senken als bislang avisiert. So lautete das Ziel bisher, die Schulden bis Ende 2021 um deutlich mehr als zwei Milliarden Euro zu drücken.

Mittlerweile heißt es: "Das Maßnahmenbündel und die jetzt vereinbarte Transaktion werden dazu beitragen, dass die Verschuldung noch deutlicher zurückgeführt werden kann." Mit "Maßnahmenbündel" sind zwei umfangreiche Sparprogramme gemeint. So braucht der nach dem Spartenverkauf kleinere Konzern weniger Verwaltung. Hier will das Unternehmen ab 2021 jährlich 60 Millionen Euro und damit 30 Prozent weniger ausgeben als noch 2019.

Bei einem anderen, schon etwas länger laufenden Programm, das auch Logistik, Produktion, Vertrieb und Marketing umfasst, kam K+S bereits gut voran. Bis Ende 2020 sollen hier wie geplant mehr als 150 Millionen Euro Synergien erreicht sein.

Durch die Kostensenkungen will Lohr selbst im Fall eines niedrigen Preisniveaus für Standarddünger sowie bei einer witterungsbedingt schwachen Nachfrage nach Auftausalz an allen deutschen Produktionsstandorten einen positiven freien Mittelzufluss erzielen. Das ist auch notwendig, um die Schulden dauerhaft zu senken. Denn mit dem amerikanischen Salzgeschäft fällt ein recht verlässlicher, im Vergleich zum Düngergeschäft weniger schwankungsanfälliger Geldbringer weg.

Und gerade im Düngergeschäft lief es in den vergangenen Jahren alles andere als rund. Produktionsprobleme in Deutschland wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für Abwässer machten dem Konzern schwer zu schaffen. Als hier Lösungen gefunden waren, drehte sich der Wind auf dem internationalen Markt für Kalidünger. Die Nachfrage sank und damit auch die Preise. Der infolge des milliardenschweren Neubaus eines Kaliwerks in Kanada, das zudem mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte, gestiegene Schuldenberg konnte auch daher nicht wie eigentlich geplant schrumpfen.

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