So gehen Anleger vor Betrugsfall Wirecard: Wieviel Schadensersatz ist drin? - Seite 2

Gastautor: Roland Klaus
19.10.2020, 09:16  |  50927   |   |   

Geltendmachung der Ansprüche beim Insolvenzverwalter der Wirecard AG:

Anders als bei normalen Insolvenzverfahren haben Wirecard-Geschädigte gute Chancen, vom Insolvenzverwalter der Wirecard AG als Gläubiger anerkannt zu werden. Sie müssen dazu allerdings ihre Ansprüche fachmännisch begründen und anmelden. Dazu ist in der Regel die Hilfe eines Anwalts nötig, beispielsweise über die IG Widerruf. Lassen Sie sich nicht von dem in den Medien genannten Termin am 26. Oktober unter Druck setzen. Das ist kein Ausschlusstermin! Eine Anmeldung wird problemlos bis in das nächste Jahr hinein möglich sein. Experten schätzen, dass das Insolvenzfahren eine Quote von rund zehn Prozent erbringen könnte. Wer also 10.000 Euro verloren hat, könnte 1.000 Euro bekommen.

Klage gegen den Wirtschaftsprüfer EY

Gegen den Wirtschaftsprüfer von Wirecard, die Firma EY (früher Ernst&Young) gibt es bereits diverse Schadensersatzklagen. Aller Voraussicht nach wird es hier zu einem Musterverfahren kommt. Das bedeutet: Alle individuellen Klagen werden ausgesetzt. Das Ergebnis des Musterverfahrens wird dann auch für die einzelnen Kläger bindend. Anleger können entweder individuell klagen oder sich für das Musterverfahren anmelden. Hier bieten wir eine Prozessfinanzierung, bei der Kosten nur im Erfolgsfall anfallen. Informationen dazu hier.

Es ist damit zu rechnen, dass EY zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt wird. Die spannende Frage lautet: Wieviel kann EY zahlen, ohne selbst in Existenzprobleme zu geraten? Experten gehen davon aus, dass es zu einem Vergleich kommen könnte. Denkbar ist die Zahlung eines hohen dreistelligen Millionenbetrags. Dieser dürfte für EY verkraftbar sein und den Klägern – je nach Volumen der eingeklagten Schäden – eine weitere Quote zwischen 10 und 25 Prozent bringen.

Klage gegen die Bafin

Auch gegen die Finanzaufsicht Bafin sind bereits durch unsere Kooperationskanzlei Schadensersatzklagen eingereicht worden. Dabei wird unter anderem mit Amtsmissbrauch argumentiert. Solche Klagen sind völliges Neuland in Deutschland. Entsprechend schwierig sind Prognosen über den Ausgang und die Höhe des Schadensersatzes. Er kann zwischen 0 und 25 Prozent der Ansprüche liegen.

Fazit

Addiert man die Möglichkeiten des Vorgehens, so ergibt sich, dass ein Anleger, der alle drei Optionen wahrnimmt, eine Chance hat, zwischen 20 und 60 Prozent seiner Schäden wettzumachen. Dem stehen Kosten gegenüber, die im Einzelfall dafür sorgen können, dass (gerade bei kleineren Schadenssummen) ein Vorgehen unter Chance-Risiko-Erwägungen nicht sinnvoll ist. Bei allen Unsicherheiten sind drei Dinge klar.

Erstens: Es ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, dass Anleger 100 Prozent ihrer Schäden ersetzt bekommen werden.

Zweitens: Wer aktiv wird, hat gute Chancen, zumindest einen ordentlichen Teil seiner Schäden wettzumachen.

Drittens: Welches Vorgehen im Einzelnen gewählt wird, ist stark von der Schadenssumme und den entstehenden Kosten abhängig. Daher wird bei uns jeder Fall kostenlos und unverbindlich geprüft. Für die Klage gegen EY bieten wir bereits eine Prozessfinanzierung. Für die Anmeldung im Insolvenzverfahren sowie die Klage gegen die Bafin prüfen wir derzeit Modelle, bei denen nur im Erfolgsfall ein Honorar anfällt. Das ist interessant für alle, die ein Kostenrisiko vermeiden wollen. Auch dazu erfahren Anleger mehr im Rahmen der kostenlosen Prüfung.      


Wirecard Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de

Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
19.10.20 16:45:46
Wieso sollte bei einer erfolgreichen Klage gegen die BaFin nur 25% des Schadens ersetzt werden? Die BaFin kann doch eigentlich nicht insolvent gehen, da würde der Staat einspringen...

Disclaimer

So gehen Anleger vor Betrugsfall Wirecard: Wieviel Schadensersatz ist drin? - Seite 2 Anleger, die mit dem Kauf von Aktien und Derivaten bei Wirecard Geld verloren haben, hoffen auf Schadensersatz. Die Chancen dafür stehen gut. Aber seien wir ehrlich: Den vollen Verlust aufzuholen, wird kaum möglich sein. Aus der Schilderung vieler …

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel