Innovativ! Credit Suisse und Deutsche Bank führen 2020 dieses Milliardengeschäft in den USA an

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.10.2020, 10:01  |  556   |   |   

Börsenmäntel und gelistete Blankoscheck-Unternehmen, über die in privater Hand gehaltene Unternehmen schneller an die Börse kommen können, gibt es schon seit vielen Jahren. Eine spezielle Variante erlebt allerdings in diesem Jahr einen unheimlichen Aufschwung: kapitalkräftige Akquisitionsvehikel, die SPAC abgekürzt werden. Was früher eine unbeachtete Nische war, ist in diesem Jahr zu einem Milliardengeschäft geworden.

Das Überraschende dabei: Das Thema wird nicht wie sonst üblich von den mächtigen US-Investmentbanken angeführt, sondern von Credit Suisse (WKN: 876800). Auch die Deutsche Banknk (WKN: 514000) spielt ganz vorne mit. Grund genug, uns diesen SPAC-Trend einmal näher anzusehen, um herauszufinden, ob das ein gutes Zeichen für die gebeutelten Bankhäuser ist.

SPAC: Ein galaktisches Marktsegment

Als Virgin Galactic (WKN: A2PTTF) Ende 2019 im Schnelldurchgang an die Börse stürmte, gab es viele Gewinner:

  • Die Aktionäre des Akquisitionsvehikels sahen den Kurs von unter 10 auf über 40 US-Dollar hochschießen (zum 16.10. sind es immer noch 23 US-Dollar).
  • Das hochriskante Raumfahrtunternehmen hatte auf einen Schlag rund 450 Mio. US-Dollar in der Kasse, um Richard Bransons Vision zu verwirklichen.
  • Das SPAC-Management um den früheren Facebook-Mann Chamath Palihapitiya kassierte für seine Leistung 20 % der SPAC-Aktien und den Chairman-Job.

Hinzu kommt die Credit Suisse, die als sogenannter Underwriter den Deal im Hintergrund begleitete. Und auch das ist eine lukrative Sache, denn die Investmentbanker kassieren an verschiedenen Stellen. Underwriter Fees fallen beim SPAC-Börsengang, bei der Fusion im Zuge eines Deals und beim zugehörigen Einwerben von weiterem Kapital an. Bei einem typischen Deal im Bereich von einer halben Milliarde US-Dollar lassen sich so locker zig Millionen US-Dollar abgreifen.

Weitere Vorteile ergeben sich über den Zugriff auf vergünstigte Anteile. Gleichzeitig kann die Bank im Bereich des Vermögensmanagements ihrer wohlhabenden Kundschaft einen bevorzugten Zugang zu den Deals verschaffen.

Hier wird also ein richtig großes Rad gedreht, und zwar immer schneller: Nach 58 SPAC-Deals im Vorjahr dürften es in diesem Jahr etwa 200 werden. Viel damit zu tun hat die Unsicherheit aufgrund der COVID-19-Entwicklung. Viele Unternehmen, die einen Börsengang geplant haben, nehmen nun lieber das schnelle SPAC-Geld, anstatt einen langwierigen IPO-Prozess anzuleiern oder den beschwerlichen Weg einer Finanzierungsrunde mit privatem Wagniskapital zu begehen.

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