SOFTWARE AG IM FOKUS Umbau, Hackerattacke, Corona - Wie läuft das Geschäft?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
20.10.2020, 08:35  |  178   |   |   

DARMSTADT (dpa-AFX) - Wenn die Software AG an diesem Mittwoch (21. Oktober) Zahlen für das dritte Quartal präsentiert, dann liegt über der Entwicklung im Tagesgeschäft ein großer Schatten. Denn das Unternehmen kämpft derzeit mit einer Hackerattacke - und wird daher auch zunächst nur Eckdaten zum Quartal liefern. Anleger werden trotzdem wissen wollen, wie es nun mit dem teuren Großumbau weitergeht, der bereits durch die Corona-Krise auf eine harte Probe gestellt wird. Was im Unternehmen los ist, was die Finanzanalysten sagen und wie die Aktie zuletzt gelaufen ist.

DAS IST LOS BEI DER SOFTWARE AG:

Mitten in der Umstellung auf Abo-Modelle und während der Corona-Krise macht den Darmstädtern die Attacke auf die IT-Systeme das Leben schwer. Am 3. Oktober war das Unternehmen nach eigenen Angaben Ziel eines Ransomware-Schadsoftwareangriffs. Von Ransomware spricht man üblicherweise, wenn die Hacker sich unerlaubt Zugang zu Daten verschaffen, sie verschlüsseln und für die Entschlüsselung ein Lösegeld (engl. ransom) fordern.

Dabei wurden den Informationen zufolge vor allem E-Mail-Server angegriffen, auf denen Daten verschlüsselt wurden und von denen offenbar auch Daten heruntergeladen wurden. Die Dienste für die Kunden einschließlich der cloudbasierten Software-Angebote waren demnach bis zuletzt nicht betroffen. Die Software AG hat betroffene Systeme isoliert und weitgehend heruntergefahren, bis dato sind einige Services wie etwa auch die Webseite nur eingeschränkt nutzbar. Das Unternehmen habe weitere Maßnahmen eingeleitet, um sicherzustellen, dass es Kenntnis von allen illegalen Vorgängen erhält.

Fraglich ist nun vor allem, ob der Angriff Auswirkungen auf das Tagesgeschäft haben wird. Zunächst mal sorgt die Attacke dafür, dass die Software AG in dieser Woche nur Eckdaten zum Auftragseingang, Umsatz und operativer Marge machen wird. Darüber hinaus wird aber die Frage sein, ob die Kundschaft dem Unternehmen weiter Vertrauen schenkt, falls sensible Daten an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Bisher tat sich das Management schwer, die Folgen des Angriffs abzuschätzen.

Dabei machte das Unternehmen unter den gegebenen Umständen im bisherigen Jahresverlauf eigentlich eine gute Figur. Der seit August 2018 amtierende Vorstandschef Sanjay Brahmawar baut das Unternehmen vor allem beim Erlösmodell stark um, statt einmalige, hohe Lizenzgebühren werden die Kunden auf Abonnementzahlungen umgestellt. Das sorgt zunächst für Belastungen beim Umsatz und beim Ergebnis, weil die lukrativen Einmalzahlungen wegfallen.

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