Automotive-Studie Noch viel Potenzial für ökologisches Wirtschaften bei Zulieferern / Aktuelle Green Indizes zeigen in der Automobilbranche eine große Lücke zwischen Reden und Handeln

Nachrichtenagentur: news aktuell
20.10.2020, 11:40  |  167   |   |   
Köngen (ots) - Das Potenzial für ökologisch nachhaltiges Wirtschaften ist in der
Automotive-Branche noch nicht ausgeschöpft. Neun von zehn Unternehmen haben hier
Nachholbedarf, wie die aktuelle Studie "Green Transformation in der
Automobilindustrie" belegt. Die Automobil-Experten der Unternehmensberatung
Staufen haben dafür mehr als 250 OEMs und Zulieferer aus der Automobilindustrie
in Deutschland befragt.

"Unsere Studie belegt, dass sowohl Automobilhersteller als auch Zulieferer
großes Potenzial für die Optimierung ökologischer Maßnahmen haben", sagt Dr.
Thilo Greshake, Leiter des Bereichs Automotive bei Staufen. Um die wichtigsten
Stellhebel zu verdeutlichen, hat die Staufen AG aus den Ergebnissen der
Befragung von insgesamt 267 OEMs und Zulieferern zwei Green Indizes abgeleitet:
den Green Awareness Index und den Green Maturity Index.

Die erste Kennzahl - dargestellt als Dezimalwert zwischen eins und vier - gibt
an, inwieweit die einzelnen Unternehmen Nachhaltigkeit und Ökologie als
Herausforderung für ihr Unternehmen erkannt haben und welche Faktoren die
Umsetzung vorantreiben. Die zweite Kennzahl beschreibt den Reifegrad der
Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen. In die Berechnung
eingeflossen sind Angaben zum Fortschritt der Umsetzung, der Tiefe der
Durchdringung sowie der thematischen Breite.

Der aktuelle Green Awareness Index liegt bei 3,23 Punkten und zeigt deutlich:
Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz sind in der Autobranche angekommen. Es
gibt nur noch wenige Unternehmen mit einer geringen Aufmerksamkeit für diese
Themen. Dies führt jedoch nicht unbedingt zum raschen Handeln, denn der Green
Maturity Index fällt mit 2,36 Punkten eher niedrig aus. Dabei zeigt sich auf
Unternehmensebene ein leicht höherer Reifegrad (2,70) als in der Supply Chain
(2,02).

OEMs sind offener für Green Transformation als Zulieferer

Ein großes Hemmnis für mehr Nachhaltigkeit in der Automobilbranche ist die
offenbar fehlende wirtschaftliche Rentabilität vieler ökologischer Maßnahmen.
Gut drei Viertel der für die Studie befragten Unternehmen räumen ein, dass bei
ihnen die kaufmännische Sicht den ökologischen Blick dominiert.

Trotzdem legen sowohl OEMs als auch deren Lieferanten Wert auf eine ökologisch
ausgerichtete Supply Chain. Die OEMs empfinden sich hier als Vorreiter, mehr als
60 Prozent haben schon eine Nachhaltigkeitsbewertung als Vergabekriterium bei
der Lieferantenauswahl festgelegt. Zum Vergleich: bei den Zulieferern gilt dies
für ihre eigenen Lieferanten nur bei etwa 40 Prozent.

Die Zahlen bestätigen die Ergebnisse des Green Maturity Index: Die OEMs stehen
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