ROUNDUP Continental im dritten Quartal mit Milliardenbelastung - Verlust

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.10.2020, 19:25  |  163   |   |   

HANNOVER (dpa-AFX) - Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental rutscht trotz einer allmählichen Erholung nach dem Corona-Einbruch auch im dritten Quartal in die rote Zahlen. Wertminderungen wegen des absehbar schwächeren Geschäfts in den kommenden Jahren sowie Umbaukosten für das Sparprogramm schlagen im dritten Quartal mit zusammengenommen gut 1,3 Milliarden Euro zu Buche, wie das Dax -Unternehmen überraschend am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Daher werde Conti trotz eines besser verlaufenen Tagesgeschäfts einen Verlust beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern sowie unter dem Strich ausweisen, hieß es.

Im eigentlichen Geschäft sah es dabei eigentlich wieder ganz ordentlich aus: Im dritten Quartal erzielte Conti laut vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 10,3 Milliarden Euro nach 11,1 Milliarden vor einem Jahr. Vor Wechselkurseinflüssen sowie Zu- und Verkäufen habe der Rückgang rund 2,7 Prozent betragen, rechnete das Unternehmen vor. Zum Vergleich: Wegen des wochenlangen Lockdowns im Frühjahr hatten die Hannoveraner im zweiten Quartal noch ein Umsatzminus von über 40 Prozent verkraften müssen.

Einschnitte bei den Kosten sorgten auch bei der Profitabilität für einen Aufschwung. Um Sonderkosten bereinigt betrug die Marge des operativen Ergebnisses 8,1 Prozent und lag damit 2,5 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor. Analysten hatten nach Angaben von Continental im Schnitt lediglich mit einem Anstieg auf 6,1 Prozent gerechnet.

Der Zufluss finanzieller Mittel (Free Cashflow) vor Zukäufen und Kosten für die Abspaltung des Antriebsgeschäfts lag bei 1,8 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es nur 343 Millionen Euro gewesen. Der normalisierte Geschäftsverlauf habe die negativen Effekte, die noch im Vorquartal auf die Entwicklung des betriebsnotwendigen Kapitals gewirkt hätten, nun neutralisiert.

Im zweiten Quartal waren noch 1,8 Milliarden Euro aus den Konzernkassen abgeflossen, weil Autobauer ihre Produktion über viele Wochen gestoppt und die Teileabrufe bei den Zulieferern wie Conti auf Eis gelegt hatten. Typischerweise entwickelt sich die finanzielle Lage von Konzernen dann negativ, wenn die Lager volllaufen und den Kunden nichts verkauft werden kann.

Eine Überraschung war das für den späten Handel an der Frankfurter Börse nachbörslich kaum. Der Conti-Kurs lag nur rund 0,2 Prozent unter dem Schlusskurs aus dem elektronischen Xetra-Haupthandel bei 101,70 Euro. In den vergangenen Wochen hatte sich bereits abgezeichnet, dass die deutsche Automobilindustrie mit dem Kaltstart aus der Krise ganz gut zurechtgekommen ist. Daimler hatte bereits von einer schneller als erwartet ausgefallenen Erholung zwischen Juli und Ende September berichtet, die Stuttgarter hatten sogar mehr Gewinn vor Zinsen und Steuern eingefahren als ein Jahr zuvor. Auch bei BMW fiel die Erholung der finanziellen Situation unerwartet gut aus.

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