DAIMLER IM FOKUS Viel Arbeit und erste Lichtblicke nach dem Corona-Einbruch

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
22.10.2020, 08:50  |  151   |   |   

STUTTGART (dpa-AFX) - Bei all den schlechten Nachrichten, die Daimler seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Ola Källenius verdauen musste, sieht die Erholung des schwäbischen Traditionskonzerns nach dem coronageplagten zweiten Quartal nahezu märchenhaft aus. Die Stuttgarter haben schon einen Blick in die Bücher gewährt - und im dritten Quartal mehr operativen Gewinn eingefahren als im Vorjahreszeitraum. Doch nach Ansicht von Källenius bleibt viel zu tun. Was das Unternehmen umtreibt, was Analysten sagen und wie die Aktie dasteht.

DAS IST LOS BEI DAIMLER:

Immerhin klärt sich auch für die Autobranche insgesamt mit den vorläufigen Daimler-Zahlen zum dritten Quartal der Himmel etwas auf. Rund 3,1 Milliarden Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern fuhren die Stuttgarter ein nach 2,7 Milliarden vor einem Jahr. Auch um Sondereffekte bereinigt blieb diesmal (3,5 Milliarden) spürbar mehr als vor einem Jahr übrig (3,1 Milliarden).

Treiber der besseren Lage waren im dritten Jahresviertel eine deutlich schnellere Erholung des Marktes vor allem in China und Effizienzsteigerungen. Das Management will Ende der Woche (23. Oktober) zur Vorlage der detaillierten Zahlen nun die Jahresprognose des Konzerns konkretisieren.

Diese lautet aktuell lediglich, dass Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis wegen der Corona-Pandemie deutlich unter den Vorjahreswerten liegen dürften. Offen sind auch noch Angaben zum Umsatz und zur operativen Rendite der Geschäfte im dritten Quartal - Finanzchef Harald Wilhelm hatte sich zur Margenentwicklung im abgelaufenen Quartal aber bereits "glücklich" gezeigt.

Källenius hat seit Amtsantritt einige Gewinnwarnungen herausgegeben, unter anderem wegen milliardenschwerer Diesel-Altlasten, aber auch wegen Produktionsproblemen. In diesem Jahr sorgte dann noch die Covid-Krise für eine Zäsur in der Autoindustrie. Doch der Schwede hatte sich auch vorher schon ein Mammutprojekt vorgenommen: Die chronisch hohen Kosten beim Weltmarktführer von Premiumautos und schweren Lkw zu senken, auch um den nötigen Umbau zu elektrischen Antrieben zu meistern.

Ohne Blessuren wird das nicht gehen. Wie viele der 300 000 Stellen im Konzern wegfallen sollen, das lässt Källenius bewusst offen, ihm geht es darum, dass die Einsparungen hoch genug sind. Doch es ist klar, dass es mehr als 15 000 Jobs sind, die auf dem Spiel stehen. In Medienberichten ist sogar von 20 000 bis 30 000 Stellen die Rede. Ziel von Källenius ist, die Fixkosten bei Mercedes-Benz durch Kapazitätsreduktion und Personalabbau bis 2025 um mehr als 20 Prozent zu senken gegenüber 2019.

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