Ministerium erwartet Corona-Impfungen ab Anfang 2021

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.10.2020, 17:35  |  1018   |   |   

(neu: mit angekündigter Regierungserklärung, Debatte um Einzelfall-Nachverfolgung, Ärztepräsident)

BERLIN (dpa-AFX) - In der Corona-Krise richten sich angesichts weiter rasant steigender Infektionszahlen wachsende Erwartungen an einen Impfstoff gegen das Virus. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Freitag seine Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Unterdessen mehren sich Hinweise, dass Gesundheitsämter in einigen Städten mit der Verfolgung von Infektionsketten nicht mehr hinterherkommen. Für Donnerstag kommender Woche kündigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Regierungserklärung im Bundestag an.

Die Ämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zum zweiten Mal mehr als 11 000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Die vom RKI am Freitagmorgen veröffentlichte Zahl von mindestens 11 242 Neuinfektionen lag nur geringfügig unter der bisherigen Höchstmarke vom Vortag (11 287 Fälle). Allerdings kann die aktuelle Gesamtzahl noch höher liegen, da es wegen einer technischen Störung am RKI am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Infektionszahlen aus den Bundesländern kam.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte, man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte. Der "Spiegel" zitiert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seiner neuen Ausgabe mit den Worten, es könne Januar sein, vielleicht auch Februar oder März - oder sogar noch später.

"Bild" hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videokonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Spahn Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen früher möglich sein könnten. Spahn habe erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Fragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe er gesagt: "Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren."

Der Vorstandschef des Tübinger Biopharmaunternehmens Curevac, Franz-Werner Haas, rechnet weiterhin damit, dass ein Impfstoff seiner Firma im ersten Halbjahr 2021 auf den Markt kommt. Das Unternehmen Curevac hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte für den Fall eines weiteren Anstiegs, bei 20 000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen", sagte er der "Rheinischen Post". Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, Gesundheitsämter in mehreren deutschen Städten seien überlastet, könnten also nicht in jedem Fall Kontakte der Betroffenen nachvollziehen.

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