3 Gründe, warum gerade jetzt Stock Picking wieder wichtiger wird

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
24.10.2020, 09:00  |  1019   |   |   

Das Investieren in den breiten Aktienmarkt mittels Indexfonds gewinnt immer mehr Anhänger. In den letzten zehn Jahren war das auch eine großartige Strategie. Es gibt einige Gründe, die dagegen sprechen, dass sich dies in den kommenden zehn wiederholt.

Grund 1: Geringe erwartete Rendite des Aktienmarkts

Die durchschnittliche Rendite, die man langfristig am Aktienmarkt historisch erzielen konnte, lag grob irgendwo im Bereich von 6 bis 8 %. Die folgende Grafik zeigt die Rendite des S&P 500 der jeweils vorangegangenen zehn Jahre zu jedem Zeitpunkt seit 1938. 

Wer zum Beispiel bis heute investiert war, hat mit dem S&P 500 in den letzten zehn Jahren eine Rendite von fast 12 % eingefahren. 

In den zehn Jahren bis zu Beginn des Jahres 2010 war es hingegen sogar eine negative Rendite. Das war der Zeitraum vom Ende der Dotcom-Blase bis nach der Finanzkrise 2008.

Datenquelle: S&P Global Market Intelligence und eigene Berechnungen

Die Frage für alle, die in einen breiten Aktienmarkt-ETF für die nächsten zehn Jahre investieren wollen, ist: Wo wird dieser Graph in zehn Jahren stehen?

Sollte ein Zehnjahreszeitraum noch zu kurz sein, hier dieselbe Grafik nur mit einem Investitionshorizont von 30 Jahren:

Datenquelle: S&P Global Market Intelligence und eigene Berechnungen

Allein der Blick auf diese Grafiken lässt schon die Spekulation zu, dass wir uns aktuell eher auf einem Hoch befinden, was die historischen Renditen über zehn bzw. 30 Jahre anbelangt. Also dass die Renditen in den nächsten zehn bis 30 Jahren eher geringer sein könnten.

Diese Spekulationen lassen sich auch mit einigen Fakten untermauern, wenn man sich eines anschaut: Wie sind wir dort hingekommen, wo wir heute stehen?

Dafür habe ich mir den 40-Jahres-Zeitraum von 1979 bis 2019 angeschaut, in dem der S&P 500 um 8,9 % pro Jahr gestiegen ist. Diese Rendite setzt sich aus den folgenden drei Komponenten zusammen:

  1. Circa 2,6 % durch das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
  2. Circa 3,5 % durch die steigende Bewertung des Aktienmarkts im Verhältnis zum BIP (auch Buffett-Indikator genannt)
  3. Circa 2,8 % Inflation

Wirklich relevant davon sind nur die ersten beiden Punkte. Uns interessiert ja in Wirklichkeit nicht der nominale Wertzuwachs, sondern wie viel Kaufkraftgewinn oder -verlust uns unsere Investitionen einbringen. Eine 3%ige Rendite einer Investition bei 0 % Inflation ist natürlich mehr wert als eine 20%ige Rendite bei 25 % Inflation.

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