ROUNDUP 2/IAEA Ohne Atomkraft sind Klimaziele unerreichbar - Grossi in Berlin

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
26.10.2020, 16:30  |  122   |   |   

(in die Meldung vom Sonntag wird weiterer Hintergrund eingearbeitet)

WIEN (dpa-AFX) - Ein Erreichen der globalen Klimaziele ist nach Überzeugung des Chefs der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ohne Atomkraft praktisch ausgeschlossen. Insofern sei das für 2022 beschlossene Ende der Kernenergie in Deutschland politisch legitim, aber in Bezug auf das Klima und das Zwei-Grad-Ziel nicht wissenschaftlich begründbar.

"Die wissenschaftliche Tatsache ist, dass Atomkraftwerke einen extrem geringen Kohlendioxid-Ausstoß verursachen", sagte Grossi der Deutschen Presse-Agentur in Wien. Es sei eine empirische Tatsache, dass ein Drittel der sauberen Energie aus nuklearen Quellen stamme. Unter Berufung auf das Zwischenstaatliche Gremium für Klimawandel (IPCC) und die Internationale Energieagentur sagte Grossi: "Jeder Weg zur Erreichung der im Pariser Abkommen festgelegten Zwei-Grad-Schwelle ist ohne Atomkraft nahezu unmöglich, wenn nicht unmöglich." Der argentinische Diplomat besucht an diesem Montag Berlin, wo er unter anderem Außenminister Heiko Maas (SPD) trifft und an der Konferenz des Weltgesundheitsgipfels teilnimmt.

In Klimaschutz-Debatten spielt das Thema Atomkraft immer wieder eine Rolle, auch in Deutschland. Aus Sicht der Bundesregierung ist Atomkraft keine nachhaltige Form der Energieerzeugung - unter anderem, weil die Frage der Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll nicht geklärt ist. Deutschlands Atomausstieg in seiner jetzigen Form war nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 beschlossen worden. Andere Staaten sehen das anders und investieren weiter in Atomkraft. Ihr Anteil an der weltweiten Produktion von Energie, die wenig Treibhausgase ausstößt, liegt allerdings unter einem Drittel - nach Angaben der Internationalen Energieagentur waren es 2018 knapp 29 Prozent.

"Atomkraft ist Teil der Lösung", sagte Grossi und fügte hinzu, dass Kernreaktoren eine stabile Stromversorgung böten, die weniger konstanten erneuerbaren Strom aus Wind, Wasser oder Sonne unterstützen könne. Die unabhängigen Wissenschaftler des IPCC haben festgestellt, dass größere Anstrengungen erforderlich sind, um die nukleare Sicherheit, die Entsorgung nuklearer Abfälle und andere Risiken anzugehen, wenn die Atomenergie expandieren soll. Grossi besucht Deutschland in einer erneuten Debatte über ein Endlager für abgebrannte Brennelemente.

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