DEUTSCHE BANK IM FOKUS Kurs halten in schwerer See

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.10.2020, 08:35  |  205   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach vielen Krisenjahren schlägt sich Deutsche Bank in der Corona-Krise erstaunlich wacker. Weil Dax-Konzern seit Mitte 2019 in einem grundlegenden Umbau steckt, hatte Vorstandschef Christian Sewing das Jahr 2020 ohnehin zu einem Übergangsjahr erklärt. Trotzdem hält er bislang an dem Ziel fest, das Corona-Jahr zumindest vor Steuern mit einem Gewinn abzuschließen. Was bei der Deutschen Bank los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI DER DEUTSCHEN BANK:

Nach mehreren Verlustjahren, mehreren Chefwechseln und Strafen in Milliardenhöhe hat die Deutsche Bank 2019 einen grundlegenden Umbau ihres Geschäfts eingeleitet. Der 2018 angetretene Vorstandschef Christian Sewing hat vor allem die hauseigene Investmentbank stark zusammengekürzt. Aus dem Aktienhandel hat sich die größte Deutsche Bank komplett zurückgezogen. Zudem soll die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern bis Ende 2022 um etwa 18 000 auf weltweit 74 000 sinken. Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 lag die Zahl der Vollzeitstellen bei 86 824.

Ausgerechnet in der heißen Phase seines Umbaus muss das Geldhaus auch noch die Einschläge durch die Corona-Krise bewältigen. Dabei kam das Institut bisher noch recht glimpflich davon - auch wenn es wie andere Banken viel Geld für drohende Kreditausfälle zurücklegen musste. In den Monaten April bis Juni erwirtschaftete sie vor Steuern zwar einen Gewinn von 158 Millionen Euro nach einem Verlust von 946 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Auf die Aktionäre entfiel unter dem Strich jedoch ein Minus von 77 Millionen Euro, nachdem der teure Radikalumbau dem Institut ein Jahr zuvor einen Verlust von 3,3 Milliarden Euro eingebrockt hatte.

So konnte die Bank ihre Erträge im zweiten Quartal zwar um ein Prozent auf knapp 6,3 Milliarden Euro steigern. Allerdings legte das Institut für drohende Kreditausfälle 761 Millionen Euro als Risikovorsorge zurück, fast fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Unterdessen machte das Geldhaus Fortschritte bei seinem Umbau, der die Betriebskosten deutlich senken soll. So gingen die bereinigten Kosten ohne die Belastungen durch den Konzernumbau im zweiten Jahresviertel um acht Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück.

Unterdessen beschleunigt die Corona-Krise die ohnehin anstehenden Veränderungen im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden. Die Pandemie verstärkte den Trend zum Online-Banking - zumal Banken in Deutschland viele Filialen wegen der Ansteckungsgefahr über Monate hinweg geschlossen hielten. So kündigte die Deutsche Bank kürzlich an, ihr Filialnetz in Deutschland deutlich zu verkleinern. Im Laufe des kommenden Jahres soll die Zahl der Standorte auf 400 sinken. Damit schließt die Deutsche Bank jede fünfte Filiale in ihrem Heimatmarkt.

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