Haben Sie schon den Value-Blues? - Seite 2

Gastautor: Sven Weisenhaus
27.10.2020, 09:24  |  2152   |   |   

Ist die Corona-Pandemie ein Game Changer?

Eine Ursache dafür ist die mögliche Übertreibung, die wir seit etlichen Monaten vor allem an den US-Börsen und speziell bei den (wachstumsstarken) Technologiewerten beobachten. Diese haben Sven Weisenhaus und ich auch hier in der Börse-Intern schon mehrfach thematisiert. Aber die Corona-Pandemie, die vor allem in Sachen Digitalisierung die Karten vielfach neu gemischt hat, wurde von manchem Analysten bereits als Game Changer eingestuft – also ein Ereignis, das die Spielregeln komplett ändert.

Danach geht die jahrelange Rally der Technologiewerte nun nicht etwa in eine Übertreibung über (z.B. im NASDAQ 100). Stattdessen beschert der Digitalisierungsschub, den Corona nun ausgelöst hat, den Technologiewerten in den nächsten Jahren gigantische Gewinne, welche die aktuell scheinbar übertriebenen Bewertungen letztlich rechtfertigen.

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Demnach würde also die Rally der Wachstumswerte (= Growth-Aktien) weitergehen. Und genau aus diesem Grund erklären manche Analysten Value-Aktien für tot.

Growth ist wieder in, Value out

Tatsächlich entwickeln sich Value-Aktien und die entsprechenden Indizes seit Jahren und Monaten schlechter als Growth-Aktien und -Indizes. Falls Sie z.B. einen Fonds mit Dividendenaktien im Depot haben, werden Sie wissen, was ich meine. Für alle anderen illustriert der folgende Chart diese Entwicklung:

Growth- und Value-Indizes im Chart-Vergleich

(Quellen: MarketMaker, Wilshire Associates, eigene Berechnungen)

So ist der hier dargestellte Value-Index für die US-Large Caps, also die Aktien mit der größten Marktkapitalisierung, seit Mitte 2016 im freien Fall – der sich ab Ende 2019 nochmals beschleunigt hat. Das ist an der fallenden Kurve im unteren Chartteil am besten zu erkennen (siehe rechter roter Pfeil), welche die relative Stärke (RS) des Value-Index zum Growth-Index zeigt.

Wer will, darf den Beginn dieser Schwäche auch auf Mitte 2007 datieren (gestrichelte rote Linie). Allerdings sehe ich in dieser Schwäche zunächst nur eine Gegenreaktion auf die enorme Stärke des Value-Segments seit 2000. Dafür spricht auch die zwischenzeitliche Seitwärtsbewegung der RS-Kurve (siehe rechtes gelbes Rechteck).

Wie im Jahr 2000

Wenn Sie schon vor 20 Jahren an der Börse aktiv waren, wird Sie dieses Verhalten an die Übertreibung erinnern, die im Jahr 2000 endete (siehe linker roter Pfeil/Linie). Auch damals galten Value-Aktien als tot. Ich erinnere nur an den Gegensatz von „New Economy“ und „Old Economy“, der damals konstruiert wurde. Jedes Unternehmen, dass nur einen Hauch von Internet-, Mobilfunk- oder Medienfantasie geltend machen konnte, war bei den Anlegern beliebt. Alle anderen wurden gnadenlos abgestraft.

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Haben Sie schon den Value-Blues? - Seite 2 Sehr verehrte Leserinnen und Leser, Sie wissen sicherlich, dass man die Aktienwelt nach unterschiedlichen Kriterien einteilen kann. So kennt man zyklische und nichtzyklische (defensive) Aktien

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