Weniger Verkehrsunfälle in der Corona-Krise Rückgang von 26 % von März bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum/Stärkster Rückgang bei Unfällen mit Personenschaden auf Autobahnen: -39 %

Nachrichtenagentur: news aktuell
27.10.2020, 10:10  |  152   |   |   
Wiesbaden (ots) - Seit März beeinflusst die Corona Pandemie das Leben in
Deutschland. Lockdown, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen haben die Mobilität
verändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich das auch auf das
Verkehrsunfallgeschehen ausgewirkt. Insgesamt nahm die Polizei von März bis Ende
Juni 2020 rund 670 000 Unfälle auf. Das waren 26 % weniger als von März bis Juni
2019. Bei knapp 81 000 Unfällen gab es Tote oder Verletzte, bei rund 589 000
Unfällen blieb es bei Sachschaden. Damit ist die Zahl der Unfälle mit
Sachschaden stärker gesunken (-26,6 %) als die Zahl der Unfälle, bei denen
Personen zu Schaden kamen (-21,4 %).

Am stärksten gingen die Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen zurück.
Zwischen März und Juni 2020 sank die Zahl der Autobahnunfälle, bei denen
Personen getötet oder verletzt wurden, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39,3 %
von knapp 6 600 Unfällen auf rund 4 000. Auf Landstraßen betrug der Rückgang
16,2 % und innerhalb von Ortschaften 21,5 %.

35,5 % der Autobahnunfälle auch auf nicht angepasste Geschwindigkeit
zurückzuführen

Eine der Hauptunfallursachen auf Autobahnen ist zu schnelles Fahren. Von März
bis Juni 2020 waren 35,5 % der Autobahnunfälle mit Personenschaden auch darauf
zurückzuführen, dass ein Beteiligter die Höchstgeschwindigkeit überschritten
hatte oder für die Straßen- und Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr. Von März
bis Juni 2019 waren es 30,7 % gewesen.

Zahl der Verkehrstoten von März bis Juni 2020 auf Tiefstand

Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden in der Zeit von März
bis Juni weniger Menschen durch Unfälle im Straßenverkehr getötet. Insgesamt 880
Menschen starben in diesen vier Monaten 2020 bei Verkehrsunfällen. Von März bis
Juni 2019 waren es 1 069 Verkehrstote gewesen. Auch die Zahl der Verletzten sank
in dieser Zeit deutlich auf knapp 98 300 Menschen. Das entsprach einem Minus
gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 17,7 % bei den Verkehrstoten und von 25,5 %
bei den Verletzten.

Zahl der getöteten und verletzten Personen auf Kraft- und Fahrrädern nur
unterdurchschnittlich gesunken

Die Zahl der Verkehrstoten ist bei Pkw-Insassen sowie Fußgängerinnen und
Fußgängern überdurchschnittlich zurückgegangen. Von März bis Juni 2020 kamen 342
Menschen in einem Pkw ums Leben, 21,7 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die
Zahl der getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger sank um 23,9 % auf 83. Bei
Kraftrad- und Fahrradfahrenden war der Rückgang dagegen deutlich geringer. Von
März bis Juni 2020 verunglückten 230 Kraftradnutzerinnen und -nutzer tödlich,
12,2 % weniger als von März bis Juni 2019. Die Zahl der getöteten
Fahrradfahrerinnen und -fahrer sank um 11,5 % auf 162.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch bei der Zahl der Verletzten. Die Zahl
der verletzten Pkw-Insassen sank um 37,0 %, die der verletzten Fußgängerinnen
und Fußgänger um 34,4 %. Dagegen war es bei Kraftradnutzerinnen und -nutzern nur
ein Minus von16,0 %. Die Zahl der verletzten Fahrradfahrerinnen und -fahrer
blieb fast auf dem Vorjahresniveau: Der Rückgang betrug hier nur 0,8 %.

Unfallkalender bietet Informationen zum Unfallgeschehen im 1. Halbjahr 2020 auf
Tagesbasis

Informationen zum Unfallgeschehen nach Tagen liefert der Unfallkalender des
Statistischen Bundesamtes. Er wurde jetzt mit den Unfalldaten des 1. Halbjahres
2020 aktualisiert.

Dadurch lassen sich Unfälle unter Alkoholeinfluss, mit Fahrrad, Motorrad oder
Pkw im 1. Halbjahr 2020 und den vergangenen Jahren tageweise vergleichen. Auch
nach der Zahl der verunglückten Kinder oder Fußgängerinnen und Fußgänger sowie
der Gesamtzahl der Getöteten lassen sich die Daten filtern.

Beispielsweise wird so sichtbar, dass mit dem Lockdown Mitte März 2020 die Zahl
der Pkw- und Fahrradunfälle massiv zurückging. Von April bis Juni stieg die Zahl
der Pkw-Unfälle wieder, lag aber immer noch deutlich unter der der
Vorjahresmonate. Auffällig ist auch, dass es im April und Mai mehr
Fahrradunfälle gab als in den Vorjahresmonaten. Auch verunglückten von Mitte
März an weniger Kinder als in den Vorjahresmonaten. Von April bis Juni stieg die
Zahl der verunglückten unter 15-Jährigen wieder, sie lag aber jeweils deutlich
unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

Methodischer Hinweis: Die Daten stammen aus einer Sonderauswertung der
vorläufigen Daten der Statistik der Straßenverkehrsunfälle, Stand September
2020.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen
sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Weitere Auskünfte:

Statistik der Straßenverkehrsunfälle, Telefon: +49 (0) 611 / 75 48 52
www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt

Pressestelle

Telefon: +49 611-75 34 44
www.destatis.de/kontakt

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/4745460
OTS: Statistisches Bundesamt


Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Weniger Verkehrsunfälle in der Corona-Krise Rückgang von 26 % von März bis Juni 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum/Stärkster Rückgang bei Unfällen mit Personenschaden auf Autobahnen: -39 % Seit März beeinflusst die Corona Pandemie das Leben in Deutschland. Lockdown, Homeoffice und Kontaktbeschränkungen haben die Mobilität verändert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich das auch auf das Verkehrsunfallgeschehen ausgewirkt. …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel