DAX im Korrekturmodus: Jetzt auf SAP oder doch lieber Münchener Rück setzen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
28.10.2020, 10:23  |  346   |   |   

Der DAX ist in den letzten Tagen teilweise deutlich im Korrekturmodus gewesen. Zwischenzeitlich durchbrach unser heimischer Leitindex die Marke von 12.400 Punkten. Damit rückt der Zählerstand von 13.000 Punkten wieder in etwas weitere Ferne.

Foolishe Investoren, die jetzt auf der Suche nach günstigen Aktien sind, könnten möglicherweise auf SAP (WKN: 716460) oder die Aktie der Münchener Rück (WKN: 843002) blicken. Beide sind auf ihre Art und Weise günstig. Oder zumindest günstiger. Aber welche ist jetzt die bessere Wahl? Lass uns das mit Blick auf eine möglicherweise anhaltende Korrektur im Folgenden einmal etwas näher betrachten.

SAP oder Münchener Rück: Sicherheitsmarge zählt

Ein erster Faktor, der im Rahmen einer Korrektur wieder relevanter werden könnte, ist der der Sicherheitsmarge. Beziehungsweise die Frage, welche Aktie jetzt preiswerter ist und bei weiterer Volatilität vielleicht nicht mehr ganz so stark nachgeben wird.

Die Aktie von SAP hat im Rahmen der aktuellen Quartalsberichtssaison ordentlich eingebüßt: Zu Beginn der Woche verloren die Anteilsscheine zwischenzeitlich rund 20 %, was natürlich zu einer günstigeren Ausgangslage führt. Mit Blick auf den aktuellen Aktienkurs von 102,40 Euro (27.10.2020, maßgeblich für alle Kurse) und einem 2019er-Gewinn je Aktie von 2,78 Euro beläuft sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis jedoch weiterhin auf 36,8, was grundsätzlich nicht preiswert ist.

Die Aktie von SAP wird daher zumindest wie eine moderate Wachstumsaktie bepreist. Sollte das nicht anhalten, könnte das weitere Abverkäufe auslösen. Foolishe Investoren sollten dabei bedenken, dass auch die Prognose für das Gesamtjahr 2020 revidiert worden ist. Eine Sicherheitsmarge ist daher, trotz Korrektur, vielleicht kaum vorhanden.

Anders sieht da schon die Bewertung der Münchener Rück aus: Gemessen an einem Aktienkurs von 207,70 Euro und einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 18,96 Euro liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei lediglich 11. Keine Frage: Auch der DAX-Rückversicherer spürt die Auswirkungen von COVID-19 und wird möglicherweise nicht einmal die Hälfte des Gewinns je Aktie des letzten Jahres erreichen. Trotzdem: Selbst in diesem Fall läge das Kurs-Gewinn-Verhältnis 22, 23, 24 oder 25 noch deutlich unter dem von SAP. Zumal hier in den nächsten Jahren ein Turnaround möglich scheint.

Der Buchwert je Aktie lag bei der Münchener Rück außerdem zuletzt bei 211,87 Euro, was zeigt: Der DAX-Rückversicherer verfügt jetzt möglicherweise über eine höhere Sicherheitsmarge, resultierend aus einer preiswerteren Bewertung. Das könnte attraktiver sein.

Starke Dividendenvorzüge

Zugegebenermaßen zahlt auch die Aktie von SAP eine Dividende an die Investoren aus: Gemessen an den zuletzt ausgeschütteten 1,58 Euro beläuft sich die Dividendenrendite jedoch lediglich auf ca. 1,5 %. Das ist vergleichsweise wenig.

Die Münchener Rück kann jedenfalls auch hier mit einem deutlich höheren Wert aufwarten: Die zuletzt ausgezahlten 9,80 Euro entsprechen bei dem aktuellen Aktienkurs einer Dividendenrendite von 4,71 %. Da der DAX-Rückversicherer zudem seit über fünf Jahrzehnten zumindest eine Dividende auf Vorjahresniveau auszahlt, können wir das ebenfalls als defensiver werten. Oder als moderater bewertet mit einer hohen Sicherheitsmarge.

Insbesondere in einer Korrektur kann eine starke, hohe Dividende ein wichtiges Merkmal sein. Die Ausschüttungen und die Dividendenrendite begrenzen häufig das Korrekturpotenzial. Aus diesem Blickwinkel ist die Aktie der Münchener Rück daher ebenfalls interessanter.

Meine Wahl: Münchener Rück

Wenn es daher darum geht, jetzt eine günstigere Aktie für die Korrektur auszuwählen, so fällt meine Wahl auf die Aktie der Münchener Rück. Die fundamentale Ausgangslage ist preiswerter, die Dividende höher. Das bedeutet für mich eine höhere Sicherheitsmarge, die das Korrekturpotenzial begrenzen kann.

The post DAX im Korrekturmodus: Jetzt auf SAP oder doch lieber Münchener Rück setzen? appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Corona-Unsicherheiten: Aktienmarktschwankungen als Chance!

Wer richtig vorbereitet ist, für den sind Volatilität und Crashs eine großartige Chance. Es gibt nur ein paar einfache Grundlagen zu beachten.

Welche das sind, findest du in unserem kurzen, übersichtlichen und komplett kostenfreien Sonderbericht.

Mehr Lesen

Vincent besitzt Aktien der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Seite 1 von 2
SAP Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

DAX im Korrekturmodus: Jetzt auf SAP oder doch lieber Münchener Rück setzen? Der DAX ist in den letzten Tagen teilweise deutlich im Korrekturmodus gewesen. Zwischenzeitlich durchbrach unser heimischer Leitindex die Marke von 12.400 Punkten. Damit rückt der Zählerstand von 13.000 Punkten wieder in etwas weitere Ferne. …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel