Egbert Prior SAP: Die Cloud klaut Mittelfristprognose

Gastautor: Egbert Prior
28.10.2020, 12:46  |  1950   |   |   

Am Montag stürzte das (immer noch) wertvollste deutsche Unternehmen um satte 22% auf 97,50 Euro ab. 32 Milliarden Börsenwert verdampften. Letzten Freitag hatte das Papier noch 125 Euro gekos-tet.

Am Montag stürzte das (immer noch) wertvollste deutsche Unternehmen um satte 22% auf 97,50 Euro ab. 32 Milliarden Börsenwert verdampften. Letzten Freitag hatte das Papier noch 125 Euro gekos-tet. Das Allzeithoch wurde im August mit 143 Euro markiert. Aktuell hat der Kurs wieder knapp die 100-Euro-Marke überschritten. Aus meiner Sicht bietet sich jetzt eine phantastische Einstiegsgelegenheit. Hasso Plattner sieht das ähnlich. Der Gründer und Aufsichtsratsvorsitzende deckte sich am Montag für eine Viertelmilliarde Euro mit SAP-Aktien ein zu Kursen von durchschnittlich etwa 101 Euro. Die Anleger verschreckten vor allem gekappte Mittelfristziele. Investoren sollen sich bis 2023 mit einer um 4 bis 5%-Punkte niedrigeren operativen Gewinnmarge zufrieden geben. Hintergrund ist eine Forcierung der Cloud. Softwarelösungen aus der Datenwolke sollen bis 2025 gut 60% der gesamten Konzernerlöse ausmachen. Derzeit laufen erst etwa 30% der Erlöse über Rechenzentren. Der Trend geht eindeutig zur Cloud. Doch erfordert dieses Geschäft erst einmal hohe Investitionen. Mittelfris-tig kostet das Marge, doch langfristig verspricht die Cloud zukünftiges Wachstumspotential. Die zweite Baustelle der Softwareschmiede ist die Pandemie. Wegen Corona senkte der Vorstand zum zweiten Mal die Jahresziele. Im dritten Quartal ist der Umsatz um 4% geschrumpft. Das Wachstum in der Cloud fiel mit 11% mickrig aus. Ursache ist das schwache Geschäft mit der Reisekostenabrechnungssoftware Concur, die transaktionsabhängig vergütet wird. Kein Wunder, auch der Geschäftsreiseverkehr ist in den Corona-Zeiten weitgehend zusammengebrochen. Im Kerngeschäft ist der Umsatz über die Datenwolke aber immerhin um 20% geklettert. Summa summarum werden für 2020 Konzernerlöse in einer Range zwischen 27,2 bis 27,8 Milliarden erwartet statt der im April bereits nach unten revidierten Range von 27,8 bis 28,5 Milliarden. Für das operative Ergebnis wird das obere Ende der Spanne um 200 Millionen auf nun 8,1 bis 8,5 Milliarden gesenkt. Wie man sieht, haben die Änderungen der Planung eher kosmetischen Charakter. Ein Crash der Aktie ist dadurch nicht zu begründen. Der aktuelle Börsenwert 120 Milliarden, das KGV (2021) schätzungsweise 27. Für einen erstklassigen Technologiekonzern ist das nicht zu viel. Für Phantasie sorgen könnte der geplante  Börsengang der US-Tochter Qualtrics sorgen. Fazit: Nutzen Sie die kalte Dusche zum Einstieg!



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Egbert Prior SAP: Die Cloud klaut Mittelfristprognose Am Montag stürzte das (immer noch) wertvollste deutsche Unternehmen um satte 22% auf 97,50 Euro ab. 32 Milliarden Börsenwert verdampften. Letzten Freitag hatte das Papier noch 125 Euro gekostet.