VW-Dieselskandal um EA288 Landgericht Hagen mit nächstem "VW-Dieselgate-2.0-Urteil" (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
29.10.2020, 11:10  |  316   |   |   
Mönchengladbach (ots) - Das Landgericht Hagen hat der Volkswagen AG die nächste
herbe Niederlage im Dieselgate 2.0 beigebracht. Einmal mehr wurde der Autobauer
wegen der Abgasmanipulationen am Skandalmotor EA288 wegen vorsätzlicher
sittenwidriger Schädigung nach § 826 BGB verurteilt. Das neuerliche Urteil
zeigt, dass Dieselgate 2.0 noch am Anfang steht, während Dieselgate 1.0
zusätzlich auch noch lange nicht erledigt ist.

VW-Dieselgate 2.0 ist in vollem Gange: Nun hat auch das Landgericht Hagen
(Urteil vom 11.08.2020, Az.: 3 O 134/19) die Volkswagen AG verurteilt, einen VW
T6 ("Bulli") mit dem Skandalmotor EA288 zurückzunehmen und Schadensersatz zu
zahlen. Laut Entscheidung verfügt der EA288 als Nachfolger des EA189 über zwei
Technologien zur Reduktion des Stickoxidausstoßes (NOx) in Form eines mit
Ad-Blue betriebenem SCR-Katalysator sowie in der Abgasrückführung. Diese wird
bei einer Temperatur von zumindest +15°C und geringer zurückgefahren, wobei eine
signifikante Reduktion jedenfalls bei einer Temperatur von +10°C erfolgt
(sogenanntes "Thermofenster"). Der geschädigte Verbraucher hatte den Wagen 2015
neu erworben und erhält jetzt 39.853,04 Euro nebst Zinsen in Höhe von vier
Prozent pro Jahr seit dem 13. Mai 2020. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die
Beklagte, die wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt worden
ist.

"Das neuerliche Urteil zeigt, dass das VW-Dieselgate 2.0 noch am Anfang steht,
während Dieselgate 1.0 zusätzlich auch noch lange nicht erledigt ist. Mehr und
mehr Gerichte verurteilen die Volkswagen AG für die Manipulationen am
vermeintlich sauberen EA288 wegen der vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung
nach § 826 BGB und sprechen den Geschädigten hohe Schadensersatzzahlungen zu.
Das Landgericht Hagen ließ sich auch nicht davon überzeugen, dass das
streitgegenständliche Thermofenster zum Bauteilschutz gegen die sogenannte
Versottungsgefahr notwendig sei, wie die Volkswagen AG behauptet. Diese habe im
Rahmen der ihr obliegenden sekundären Darlegungslast auch gar nicht vorgetragen,
dass die Versottungsgefahr durch andere technische Maßnahmen - unabhängig davon,
ob diese wirtschaftlich deutlich teurer wären - verhindert werden könnte", sagt
der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung von der Dr. Hartung
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ( http://www.hartung-rechtsanwaelte.de ). Die
Kanzlei befasst sich ausschließlich mit Anleger- und Verbraucherschutzthemen und
hat sich auf die Beratung von Betroffenen des Abgasskandals spezialisiert. Dr.
Gerrit W. Hartung gilt als "Dieselanwalt" der ersten Stunde.

Das Gericht führt weiterhin aus: "Die Täuschung diente, andere Motive sind
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