Neue Studie zeigt Jeder vierte Beschäftigte würde rassistische Vorfälle nicht den Vorgesetzten melden

Nachrichtenagentur: news aktuell
29.10.2020, 14:15  |  699   |   |   
Berlin (ots) - Jeder fünfte Deutsche hat schon einmal rassistische
Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt - zumeist allerdings nicht am eigenen
Leib: 17 Prozent der Beschäftigten haben beobachtet, dass andere Menschen
rassistisch diskriminiert wurden, drei Prozent waren selbst Opfer rassistischer
Diskriminierung. Das zeigt eine repräsentative https://assets.ctfassets.net/ublc
0iceiwck/6oyQWYFUjsQr1haBA8iywW/532649448653f3bcee5bab0a40e8d3b7/Studie_Rassismu
s_Wirtschaft_Arbeit_GesichtZeigen_EY_Civey.pdf von Gesicht Zeigen e.V., EY
Deutschland und Civey, die im Sommer 2020 durchgeführt wurde.

Wie gehen Arbeitnehmer damit um, wenn sie beispielsweise Zeuge rassistischer
Äußerungen werden? Über 28 Prozent der Beschäftigten sagen, dass sie bei
rassistischen Vorfällen in ihrem Unternehmen nicht sofort ihre Vorgesetzten
informieren würden - knapp 12 Prozent sind in dieser Frage unentschieden. "Viele
Diskriminierungen kommen daher erst gar nicht zum Vorschein, was aber durchaus
auch daran liegen mag, dass dafür notwendige Strukturen nicht vorhanden sind",
sagt Sophia Oppermann, Geschäftsführerin von Gesicht Zeigen!. So sagen knapp 27
Prozent der Beschäftigten, dass es in ihrem Unternehmen keine Person gebe, an
die sie sich bei rassistischen Vorfällen wenden können. Obendrein sehen immerhin
19 Prozent - also fast jeder fünfte Beschäftigte - zumindest die Gefahr, dass
sich für sie Nachteile am Arbeitsplatz ergeben könnten, wenn sie sich gegen
Rassismus einsetzen. 37 Prozent der Gesamtbevölkerung sagen allerdings auch,
ihnen sei es gar nicht wichtig, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen.

Unternehmen in der Verantwortung

"Es ist vor allem die Aufgabe des Unternehmensmanagements, Strukturen zu
schaffen, die gewährleisten, dass rassistische Vorfälle anerkannt und
ernstgenommen werden und für ein Klima zu sorgen, in dem ethnische und
kulturelle Vielfalt wirklich gelebt wird", sagt Hubert Barth, Vorsitzender der
Geschäftsführung von EY Deutschland. Allerdings ist die Stimmungslage der
Arbeitnehmer in Deutschland bei diesem Punkt nicht einheitlich: Nur 44 Prozent
der Beschäftigten sagen, dass das eigene Unternehmen stärker Position gegen
Rassismus beziehen sollte. Auf der anderen Seite zeigt die Studie, dass sich die
Mehrheit der deutschen Bevölkerung (57 Prozent) grundsätzlich wünscht, dass
deutsche Unternehmen in der Öffentlichkeit stärker Haltung gegen Rassismus
beziehen. Und die Mehrheit der Bundesbürger (52 Prozent) ist der Auffassung,
dass sich deutsche Unternehmen nicht genug für Werte wie Vielfalt und Respekt in
der Gesellschaft einsetzen.

Manche Arbeitnehmer haben jedoch auch Bedenken, wenn es um ein aktives
Engagement von Unternehmen geht: Immerhin 26 Prozent der Beschäftigten sehen bei
Unternehmen, die sich öffentlich gegen Rassismus positionieren, das Risiko von
Kundenverlusten und somit Umsatzeinbußen. "Der Einsatz gegen erlebten Rassismus
im Alltag ist noch keine Selbstverständlichkeit. Weder im Privaten, noch am
Arbeitsplatz. Das zeigen die Ergebnisse unserer Erhebung (https://assets.ctfasse
ts.net/ublc0iceiwck/6oyQWYFUjsQr1haBA8iywW/532649448653f3bcee5bab0a40e8d3b7/Stud
ie_Rassismus_Wirtschaft_Arbeit_GesichtZeigen_EY_Civey.pdf) deutlich", sagt
Janina Mütze, Gründerin und Geschäftsführerin von Civey, die die Daten der
Studie erhoben haben. "Unternehmen, die hier Haltung zeigen, erfahren Zuspruch
aus der Bevölkerung. Ein guter Ausgangspunkt, um Vorsicht und Zurückhaltung
gegen Rassismus am Arbeitsplatz abzubauen."

Pressekontakt:

Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V.
Franziska Krug, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 030 / 3030 808-43; E-Mail: mailto:krug@gesichtzeigen.de

Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Dag-Stefan Rittmeister, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0711/ 988 11 59 80; E-Mail: mailto:dag-stefan.rittmeister@de.ey.com

Civey GmbH
Judith Klose, Leiterin Presse & Kommunikation Civey GmbH
Telefon: 0151 / 14007993; E-Mail: mailto:judith.klose@civey.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/120043/4748256
OTS: Civey


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