ROUNDUP 2 VW und Branche schütteln Corona-Folgen teils ab - Vorsicht bleibt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.10.2020, 14:18  |  226   |   |   

(neu: Aussagen aus Pk, Aktienkurs aktualisiert, weitere Analystenstimme, mehr Branchenhintergrund.)

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Branchenprimus Volkswagen und weite Teile der Autoindustrie haben die schlimmsten Folgen des Corona-Einbruchs aus dem Frühjahr weggesteckt. Ob der Aufholprozess nach dem wieder deutlich besseren dritten Quartal anhält, ist jedoch längst nicht ausgemacht. Sollten die Neuinfektionen weiter steigen und die schärferen Kontaktbeschränkungen in Deutschland sowie Einschränkungen in anderen Ländern die Nachfrage abwürgen, wäre der wichtige Wirtschaftszweig wohl rasch zurück im Absatztief. Die Unsicherheit bleibt hoch, Unternehmen sind vorsichtig mit Prognosen. Vor allem China treibt die Erholung an.

Der VW -Konzern als weltgrößter Hersteller meldete am Donnerstag für Juli bis September eine spürbare Besserung. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn pendelte sich bei 2,6 Milliarden Euro ein, während es im zweiten Jahresviertel einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro gegeben hatte. Beim Umsatz, bei den Auslieferungen und im laufenden Geschäft entspannte sich die Lage ebenso. Mit Blick auf die Vorjahreswerte macht sich die Pandemie aber weiter bemerkbar.

Die am Vortag sehr schwache VW-Aktie legte am Donnerstagnachmittag 2,6 Prozent auf 128,76 Euro zu. Die im Dax notierte Vorzugsaktie büßte seit Jahresanfang mehr als ein Viertel ein und ist damit der schwächste Wert unter den deutschen Autobauern. Im Corona-Tief war der Kurs bei unter 80 Euro sogar deutlich unter das Dieselkrisentief aus dem Herbst 2015 gerutscht, hat sich danach aber wieder deutlich berappelt.

Das operative Ergebnis lag im dritten Quartal bei 3,18 Milliarden Euro und damit rund ein Drittel unter dem bereinigten Wert aus dem Vorjahr. Damit traf Volkswagen im Wesentlichen die Schätzungen von Analysten, beim Umsatz lagen die Wolfsburger sogar etwas besser. Die Quartalszahlen des Autobauers hätten die zuletzt gestiegenen Erwartungen leicht übertroffen, schrieb Jefferies-Analyst Philippe Houchois. Im Vergleich mit der Sektorerholung falle die Entwicklung aber gedämpft aus.

Vor allem im April hatten infolge des ersten Corona-Shutdowns die Bänder wochenlang stillgestanden. Auch Autohäuser waren vielerorts geschlossen, Lieferketten gekappt. VW konnte den zwischenzeitlichen Rückstau in den Lagern mittlerweile abarbeiten und auch dank der Kaufprämien für Hybrid- sowie E-Autos wieder mehr Fahrzeuge absetzen.

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