Was für eine fatale Illusion: ETFs sind keinesfalls so sicher, wie vielfach angenommen wird!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
30.10.2020, 09:48  |  790   |   |   

Weißt du, was wirklich ein Fluch für die Sparer ist? Es ist die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Denn die Gelder, die auf Tages- oder Festgeldkonten liegen, verlieren durch die Inflation jedes Jahr mehr an Kaufkraft, als sie Ertrag bringen. Man kann also sagen, dass hier im großen Stil Geld entwertet wird. Und dies ist für die meisten von uns natürlich sehr schmerzlich.

Wenn es um Alternativen für das Ersparte geht, rücken bei vielen Menschen immer häufiger die sogenannten Exchange Traded Funds (ETF) in den Blickpunkt vieler Investoren. Sie haben nämlich den Ruf, geringe Kosten aufzuweisen und bei vergleichsweise niedrigem Risiko eine marktübliche Rendite zu erwirtschaften.

Aber klingt das nicht zu schön, um wahr zu sein? Kostengünstig, wenig Risiko und auch noch eine einträgliche Rendite? Ich finde, hier sollte man einmal etwas genauer hinsehen. Denn wie jeder Investor weiß, steigt üblicherweise mit der Chance auf mehr Rendite natürlich auch das Risiko entsprechend an. Ist es also möglich, dass die ETFs nicht die Wunderwaffen am Investmenthimmel sind, für die sie die meisten halten?

Versuchen wir, dies herauszufinden, und schauen uns heute ein paar Risiken der Indexfonds einmal etwas genauer an, die vielleicht nicht jeder Anleger gleich auf dem Schirm hat.

Das „Index-Risiko“

Kurioserweise hängt dieses Risiko genau damit zusammen, warum die ETFs bei vielen Menschen so beliebt sind. Wir wissen ja, dass ein ETF in der Regel immer einen gesamten Index nachbildet. Und komischerweise wird genau deswegen geglaubt, dass das Risiko dadurch nun geringer wäre als bei einer Investition in einzelne Aktien.

Doch ist das wirklich so? Schauen wir uns beispielsweise einen DAX-ETF an, dann können wir feststellen, dass der entsprechende Indexfonds logischerweise aus allen 30 DAX-Werten besteht. Und normalerweise genau in der Gewichtung wie auch im Index selbst.

Bei genauerer Betrachtung hat man mit solch einem ETF also auch nur einen bunten Strauß von Einzelwerten erworben. Ich hoffe, dass hierbei jedem deutlich klar ist, dass nun einmal bei Aktien generell die Verluste bis zu 100 % des investierten Kapitals betragen können. So etwas bezeichnet man dann als Totalverlust!

Das Risiko der „schlechten Werte“

Auch zu diesem Risiko trägt maßgeblich die Konstruktion der ETFs bei. Versuchen wir uns einmal vorzustellen, wie ein Anleger vorgeht, der bevorzugt in einzelne Aktien investieren möchte. Er würde vermutlich versuchen, sich nur auf die ertragreichsten und besten Aktien zu konzentrieren. Bleiben wir dafür am besten bei unserem DAX-Index. Hier könnten dies zum Beispiel Werte wie Adidas (WKN: A1EWWW) oder auch Vonovia (WKN: A1ML7J) sein, in die unser Beispielanleger investieren würde.

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