War SAP der Auslöser für die weltweite Verkaufswelle?

Gastautor: Sven Weisenhaus
31.10.2020, 09:42  |  3854   |   |   

Bevor ich dieser Frage nachgehe, möchte ich noch kurz auf die Reihe an Konjunkturdaten eingehen, die gestern veröffentlicht wurden.

Bevor ich dieser Frage nachgehe, möchte ich noch kurz auf die Reihe an Konjunkturdaten eingehen, die gestern veröffentlicht wurden. Sie finden dazu sicherlich auch unzählige Informationen in anderen Medien. Dort wird allerdings meist nicht erklärt, wie die Daten zu werten sind und welche Konsequenzen sie für die Börsen haben. Diese Lücke füllt die Börse-Intern regelmäßig, so auch heute:

BIP-Daten: Besser im 3. Quartal, schlechter im 4. Quartal

Besonderes Augenmerk richteten die Medien auf die Zahlen zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des 3. Quartals 2020. In Deutschland lag das Plus bei 8,9 %.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschland

Und die Eurozone brachte es sogar ein einen BIP-Zuwachs von 12,7 %.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone

In beiden Fällen wurden die Erwartungen übertroffen. Eigentlich ist dies natürlich bullish für die Aktienmärkte und den Euro zu werten. Doch einerseits betreffen diese Daten die Vergangenheit, während an der Börse die Zukunft gehandelt wird. Und andererseits zeigt sich beim Blick in eben diese Zukunft, dass die BIP-Erwartungen für das 4. Quartal wohl angesichts der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zurückgenommen werden müssen, womit sich das höhere Wachstum des 3. Quartals relativiert. Insofern hatten die BIP-Daten kaum einen Effekt auf die Börsen.

Erneut negative Inflation war keine Überraschung

Ähnliches gilt für die Inflationsdaten. Vorgestern wurden bereits Zahlen zur Preisentwicklung in Deutschland gemeldet. Heute folgten die Werte zur Eurozone. Demnach ist es auch im Oktober jeweils zu Preisrückgängen gekommen. Aber auch das hatte kaum einen Effekt auf die Märkte, weil die Europäische Zentralbank (EZB) vorgestern bereits eingeräumt hat, dass es wohl bis Anfang 2021 bei einer „negativen Inflation“ bleiben wird. Insofern hätte es eher überrascht, wenn die Inflation deutlich angestiegen oder im Vergleich zu den Werten der Vormonate stark eingebrochen wäre. Doch das war nicht der Fall.

Inflation in der Eurozone (jährlich)

Rückgang im Einzelhandel wurde erwartet

Wenig überraschend waren auch die Einzelhandelsdaten aus Deutschland für den Monat September. Es kam zu einem Rückgang der Umsätze gegenüber dem Vormonat um 2,2 %.

Einzelhandelsumsatz in Deutschland

Da bereits diverse andere Daten darauf hingedeutet haben, dass sich die Konjunkturerholung abgeschwächt hat, und die Zahl der positiven Corona-Tests schon seit Anfang September wieder ansteigt, war bereits ein Rückgang erwartet worden (-0,8 %). Und so hatten auch diese Daten kaum spürbare Auswirkungen auf die Kurse, was Einzelhandelsdaten aber in den wenigsten Fällen haben.

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