Gazprom & Nord Stream 2: Begeht die US-Regierung Nötigung?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
31.10.2020, 10:58  |  2972   |   |   

Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) besitzt momentan zugegebenermaßen auch wieder andere Probleme als „bloß“ Nord Stream 2. Die Öl- und Erdgaspreise geben aufgrund der Möglichkeit eines Lockdowns wieder nach. Das könnte zu weiteren Belastungen im derzeitigen operativen Alltag führen.

Trotzdem ist Nord Stream 2 weiterhin ein Thema, das für die Aktie und den zukünftigen Absatz in Richtung EU Relevanz besitzt. Die US-Sanktionen stehen dabei im Fokus der Investoren, die sich zuletzt an den beiden Häfen Sassnitz und Mukran signifikant entladen haben.

Federführend ist dabei ein Senatoren-Trio rund um den US-Senator Ted Cruz, das in letzter Zeit massiv Druck auf Funktionäre des Hafens ausgeübt hat. Jetzt steht sogar das Wörtchen Nötigung im Raum. Schauen wir einmal, was Investoren dazu wissen sollten. Beziehungsweise, welche Relevanz das für die Aktie besitzt.

Sanktionen im Kontext von Nord Stream 2: Nötigung?

Für etwas höhere Wellen hat in den letzten Tagen die Doku des Senders NDR mit dem Titel „45 Minuten – Sassnitz gegen Trump“ gesorgt. Innerhalb dieser Doku hat sich der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin zur aktuellen Ausgangslage geäußert. Das Presseportal fasst die Äußerungen des Politikers wie folgt zusammen:

Demnach würde Ted Cruz, der innerhalb der US-Regierung bestbespendete Senator vonseiten der Ölindustrie, einem Hafen Deutschlands mit der Vernichtung drohen. Das sei eine Drohung mit einem empfindlichen Übel, das strafrechtlicher Nötigung gleiche. Der US-Senator hat zuletzt unter anderem einen Brief an die Hafenbetreiber geschickt, der in etwa diesen Wortlaut besessen hat.

Trittin sei demnach für eine strafrechtliche Verfolgung. Aber auch für EU-Sanktionen. So sollten Einreiseverbote oder auch das Einfrieren von Konten als Option in Erwägung gezogen werden, um sich gegen die Mobster-Methoden der US-Politik zu wehren. Harte, aber nicht ganz unberechtigte Worte, wenn du mich fragst.

Für Foolishe Investoren bleibt jetzt trotzdem eine Frage die prägende: Warum ist das für die Aktie von Gazprom relevant? Und was können wir hiervon mitnehmen, das den weiteren Verlauf von Nord Stream 2 beeinflussen wird? Das wollen wir jetzt ebenfalls noch ein wenig näher beleuchten.

Widerstand gegen Nötigung

Wenn du mich fragst, ist ein Key-Takeaway dieser Aussagen, dass die US-Sanktionen, die als Einmischen in innereuropäische Angelegenheiten gewertet werden, nicht geduldet werden. Je härter der Ton vonseiten der USA wird, desto größer erscheint gleichsam auch in Teilen eine gewisse Trotzreaktion. Auch wenn das Wort Trotz hier vielleicht negativ konnotiert klingen mag, so ist das in Anbetracht der Causa definitiv nicht gemeint.

Seite 1 von 2
GAZPROM Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.

3 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
19.11.20 10:46:22
Man kann natürlich auch festhalten: die USA sind ein Folterregime. Auch wurde der habeas Corpus act von Obama im Nov. 2011 durch den NDAA suspendiert. Seitdem sind dort Menschen rechtlos und vogelfrei. Vergleichbar wie bei Kim Jong Un. In der Russ. Föderation, in Belarus u. in der VR China gelten die Regeln des habeas corpus acts ohne substantielle Abstriche.
Avatar
01.11.20 06:03:56
Wo liegt denn dein Problem?
Durch Pipelines gefördertes Gas hat nun mal die beste Ökobilanz. Und das Rohr unvollendet in der Ostsee liegen zu lassen wäre wohl ein Schildbürgerstreich der Geldverschwendung. Das sind Euros von europäischen Firmen die dort nutzlos liegen.
Ein Politiker sollte sich um dieses Wohl sorgen.
Jenseits der EEG Mafia wohl eine gute Entscheidung auf das zu setzen welches in Überfluss und speicherbar vorhanden ist.
Avatar
31.10.20 17:00:41
Halten wir fest:
Jürgen Trittin von der Ökolobbypartei ist für fossiles Gas
und für mehr Geschäfte mit Diktaturen.
Nicht daß es in ein paar Jahren keiner mehr glauben/wissen will.

Disclaimer

Gazprom & Nord Stream 2: Begeht die US-Regierung Nötigung? Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) besitzt momentan zugegebenermaßen auch wieder andere Probleme als „bloß“ Nord Stream 2. Die Öl- und Erdgaspreise geben aufgrund der Möglichkeit eines Lockdowns wieder nach. Das könnte zu weiteren Belastungen im …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel