Private Vermögensanlage: Schließfach gegen Negativzinsen

01.11.2020, 22:19  |  317   |   |   

Immer mehr Bankkunden bringen ihre Ersparnisse vor drohenden Strafzinsen in Sicherheit. Ein Ausweg: Sie bewahren ihr Geld in einem Schließfach auf. Das kann sich trotz Gebühren lohnen.

Immer mehr Banken wälzen ihre Zinskosten auf die Guthabenkonten ihrer Kunden ab, im Regelfall ab einer definierten Einlagenhöhe von zum Beispiel 100.000 Euro. Die Liste der Banken, die Strafzinsen verlangen, wird dabei kontinuierlich länger. Für Anleger, die ihre Geldbeträge keinen Wertschwankungen - etwa in Form einer Aktienanlage - aussetzen wollen, kommt dann eigentlich nur noch das eigene Aufbewahren von Bargeld infrage. Doch damit besteht das Risiko eines Verlusts durch Diebstahl. Wer deshalb die Scheine nicht ungesichert unter seiner Matratze verstauen will, muss Kosten für eine sichere Verwahrung tragen. Es gilt daher abzuwägen, was mehr kostet - der Strafzins auf die Kontoeinlagen oder das Verwahren von Bargeld in einem Bankschließfach!?

Erhebt eine Bank Strafzinsen von 0,5 Prozent und liegen die Schließfachgebühren bei weniger als 50 Euro im Jahr, kann sich bereits ab 10.000 Euro Bargeld ein Schließfach eher lohnen als ein Konto. In ein kleines Schließfach passt ein solcher Geldbetrag aus Bündeln mit großen Scheinen ohne Probleme. Einige Geldinstitute bieten kleine Schließfächer bereits für weniger als 50 Euro im Jahr an, etwa einige Volksbanken und Sparkassen.

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Oft sind diese günstigen Anbieter jedoch nur in bestimmten Regionen vertreten, so dass deren Angebot für viele potentielle Interessenten nicht infrage kommen. Über die meisten Zweigstellen national verfügen die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Hamburger Sparkasse (HASPA) ist mit rund 200.000 Kundenmietfächern an mehr als 100 Standorten einer der größten Schließfach-Anbieter in ganz Deutschland.

Doch selbst wenn Banken grundsätzlich über Schließfächer verfügen, können diese nicht immer angemietet werden. So haben oft nicht alle Zweigstellen Fächer, auch sind viele längst belegt. Einige Anbieter führen Wartelisten. Die Mehrheit der Banken vermietet Schließfächer nur an Interessenten, die bereits Kunde bei der Bank sind. Häufig wird dafür mindestens ein Girokonto oder Geschäftskonto vorausgesetzt. Einige Genossenschaftsbanken vermieten Schließfächer nur an Mitglieder, also Kunden, die Genossenschaftsanteile der Bank halten.

Bei sehr großen Bargeldbeträgen reicht ein kleines Bankschließfach nicht aus. Hinsichtlich der Größe der Schließfächer gibt es keine Norm und nahezu alle Banken und Verwahrer verfügen über Schließfächer unterschiedlicher Größe. Die Banken vermieten in der Regel am häufigsten kleine Fächer. Diese weisen Größen von ungefähr 25 cm Breite, 5 cm Höhe und 40 cm Tiefe auf. Sie reichen je nach genauen Maßen für 800.000 Euro in 200-Euro-Scheinen.

Mit höheren Summen gewinnt dann aber auch die Frage an Bedeutung, wie sicher die Werte in einem Bankschließfach sind und ob sie sich gegen Risiken wie Einbruch oder Wasserschaden ausreichend versichern lassen. Auch wenn Mieter die Einbruchsicherheit von Bankschließfächern schlecht beurteilen können, so können Sie zumindest den Versicherungsschutz überprüfen. Dabei gibt es große Unterschiede.

Wer ein Schließfach anmietet, kann nicht automatisch davon ausgehen, dass dort seine Werte gegen alle Risiken geschützt sind. Nur wenn dem Verwahrer Fehler nachgewiesen werden, besteht die Möglichkeit, ihn für Schäden haftbar zu machen. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, dass mit der Miete der Inhalt des Fachs versichert ist. Während einige Banken Schließfächer ohne Versicherungsschutz vermieten, bieten andere einen Basisschutz an, der in der Regel zwischen 2.000 und 10.000 Euro liegt. Manche bieten auch Schließfächer mit Vollwertversicherung an. Die mit Abstand höchste Versicherungssumme, die im Mietpreis enthalten ist, bieten mit 128.000 Euro die Sparda-Banken West und Hamburg.

Bei Kundenschließfächern, die über keine oder aber nur über eine Basisdeckung verfügen, wird die Möglichkeit der Höherversicherung über die Bank selbst oder aber über einen separaten Versicherungsvertrag angeboten. Versicherte Gefahren sind Feuer, Einbruchdiebstahl/Raub und Leitungswasser. Optional kann auch die Elementarschadenversicherung (Sturm, Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen) eingeschlossen werden.

Der Versicherungsbeitrag liegt je nach Geldinstitut und dessen Versicherungsanbieter zwischen 0,75 Euro und knapp 3 Euro pro 1.000 Euro Versicherungssumme. Bei einem (zusätzlichen) Absicherungsbedarf von 100.000 Euro übersteigen die Versicherungskosten also oft deutlich die Schließfachmiete.

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