Corona Warum sind wir nicht bereit, von Asien zu lernen?

Gastautor: Rainer Zitelmann
04.11.2020, 09:00  |  1387   |   |   

„Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“

Das Zitat stammt von dem chinesischen Philosophen Konfuzius.

Nachahmung ist der leichteste Weg, um zu lernen. Kleine Kinder lernen, indem sie ihre Eltern nachahmen. Und Kinder lernen unglaublich schnell. Als Erwachsene betonen wir gern unsere eigene Originalität und schämen uns, wenn wir jemanden nachahmen – das gilt besonders in Europa und den USA. Asiaten denken darüber ganz anders.

Warum eigentlich? Schon Salomon sagte: „Der Weise lernt von den Erfahrungen anderer, der Tor muss alle Erfahrungen selbst machen.“

In der Wirtschaft ist es ganz normal, dass man sich erfolgreiche Unternehmen anschaut und sich im Sinne von „Best Practice“ an deren Geschäftsmodellen orientiert. Sam Walton, Gründer der großen amerikanischen Einzelhandelskette Walmart, bekannte: „Fast alles, was ich getan habe, habe ich von jemand anderem kopiert.“ Er wurde damit einer der reichsten Amerikaner.

Im Sport analysiert man Trainingsstrategien der Champions und versucht, daraus zu lernen.

Nur die Politik scheint unfähig dazu zu sein, von Erfahrungen anderer Länder zu lernen, jedenfalls in Europa und den USA. Chaotisch wird in der Corona-Bekämpfung mal dieses und mal jenes ausprobiert, heute Lockdown, morgen Öffnung, übermorgen wieder Lockdown. Wir sehen in Europa und den USA ein grandioses Staatsversagen – und das verwundert eigentlich nicht. Schließlich versagt der Staat ja nicht nur in der Pandemiebekämpfung, sondern auch sonst. Europa ist seit Jahren nicht in der Lage, seine Grenzen wirksam zu sichern. Die Infrastruktur ist in einem katastrophalen Zustand – in Europa wie in den USA. Der Staat konzentriert sich in Europa ganz und gar darauf, die Menschen mit immer neuen Sozialprogrammen zu beglücken und durch Überregulierung Sand ins Getriebe der Wirtschaft zu streuen. Deutschland ist ein besonders trauriges Beispiel, da hier im Moment mutwillig die Kernindustrie – die Autoindustrie – durch planwirtschaftliche Regulierungen zerstört wird.

Überall werden Freiheitsrechte der Bürger eingeschränkt, nur der Datenschutz ist (scheinbar) heilig. Wie anders könnte man es erklären, dass in Deutschland eine App entwickelt wurde, die zwar die Daten höchst wirksam schützt, aber nicht die Menschen? Der Beitrag der App zur Pandemie-Bekämpfung ist gleich Null. Das hat sie mit vielen anderen Maßnahmen gemeinsam, die sogar schlimmer sind als Nichts-tun, weil sie nur falsche Illusionen vermitteln.

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2 Kommentare

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Kommentare

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08.11.20 13:56:05
Die Mehrheit in Deutschland mag offensichtlich lieber bittere Erfahrungen als selbständig zu denken und würde kultivieren. Ist halt so realitätsfeindlich dressiert das Volk. China hat sich einst durch Opium den Verstand vergiften lassen, jetzt vergiftet Marxismus den Verstand. Von China kann man lernen nicht der Droge Marxismus zu verfallen.
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04.11.20 10:22:28
"Warum sind wir nicht bereit, von Asien zu lernen?"... weil dies unserem einfachen linksgrün gestrickte Weltbild was uns täglich von Politik und Erziehungspresse eingehämmert wird widersprechen würde: wir sind die Guten, wir retten die Welt, alle haben uns lieb, unsere Wirtschaft ist die stärkste, und so weiter. Ja, es ist ein großes Staatsversagen, wir leben ausschließlich von Illusionen und wer ist daran Schuld? natürlich vor allem die grünen Welterzieher aber eigentlich die ganze Politikerkaste um Merkel herum und die Medienvasallen. Meiner Meinung nach ist der Verfall Deutschlands nicht mehr aufzuhalten, dieses Land begeht Selbstmord.

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Corona Warum sind wir nicht bereit, von Asien zu lernen? „Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.“



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