Aktie aufgebockt Intel-Aktie im Feuer: Geht der einstige Vorzeige-Halbleiter-Gigant jetzt vor AMD in die Knie?

03.11.2020, 16:05  |  29873   |   |   

Nach dem Kurssturz fragt sich die Börsengemeinde: Intel jetzt nachkaufen? Schafft der AMD- und Nvidia-Konkurrent den Turnaround oder geht’s weiter bergab? - Drei Analysen von unseren Top-Aktien-Experten.

Gleich drei ausgewiesene Experten geben hier ihr Votum zur Intel-Aktie ab. Den Anfang macht Elmar Baur, fünfzehn Jahre geballte Kapitalmarkt-Erfahrung von FUNDament Capital:

„Intel hinkt dem früheren Verfolger AMD seit einiger Zeit hinterher. Das Unternehmen hat sich zu lange auf Computer-Chips konzentriert. Das Problem wurde vom Management erkannt. Intel könnte auf dem aktuellen Niveau durchaus eine Einstiegschance als Turnaround-Story bieten. Man muss aber sicherlich etwas Geduld mitbringen“, meint Börsenfuchs Baur.

Klaus Brune, Börsenexperte vom Platow-Verlag, seziert wie unsere Partnerredaktion FinMent in ihrer neuen Video-Analyse „Intel Aktie kaufen? Marktführer stark unterbewertet? (Chancen und Risiken)“ die Chancen und Risiken nach allen Regeln der Aktienanalyse-Kunst:

„Intel bietet derzeit ein sehr gemischtes Bild, muss ich sagen“, beginnt der bekannte Aktienanalyst Brune. „Die Q3-Zahlen brachten keine besondere Überraschung. Der Umsatz ging um 4,5% zurück, wobei hier insbesondere das schwache Geschäft mit Chips für Rechenzentren (-7,5% ggü. Vj.) unangenehm auffiel. Zur Verteidigung von Intel muss allerdings gesagt werden, dass die Texaner das schon angekündigt haben, nachdem im 1. Hj. ein Erlösplus von 42,7% in diesem Bereich angefallen war“, meint der Platow-Experte.

„Unangenehmer aufgefallen“ sei ihm aber „der schwächere operative Gewinn“, der um ein Fünftel eingebrochen sei. „Die Bruttomarge und die operative Marge sind zwar weiter gut, waren aber auch schon mal höher. Im Q3 steht eine oper. Marge von 27,6% nach 33,6% im Vj. in den Büchern, nach neun Monaten sind es dank des starken 1. Hj. 30,7% nach 29,4%. Fazit: Bei der Profitabilität wird der Glanz des starken 1. Hj. ein wenig matter.

Und Brune dekliniert seine Aktien-Analyse anhand der wichtigsten Faktoren weiter durch. Ausblick, Fundamentalanalyse und Charttechnik:

Ausblick: „Der Ausblick für Intel ist dementsprechend kaum verändert: Beim Umsatz sollen es jetzt 75,3 Mrd. Dollar (zuvor: Guidance von 75 Mrd. Dollar) werden, was immerhin 4,6% mehr als im Vj. währen. Die berichtete operative Marge soll nur noch 29,5% erreichen (zuvor: Guidance von rd. 30%; Vj.: 30,6%). Das ist alles sehr realistisch, immer noch gut, aber doch unterhalb der positiven Erwartungen, die die Ergebnisse des 1. Hj. geschürt hatten“, urteilt Klaus Brune.

Fundamentalanalyse: „Fundamental sieht das aber alles immer noch super aus bei der Nasdaq-Aktie: Das 2021er-KGV ist mit 10 keineswegs teuer, die Dividendenrendite mit etwa 3% sicherlich attraktiv. Da gibt es Highflyer, die wesentlich ambitionierter bewertet sind. Wer sich als langfristiger ‚Value‘-Investor versteht, wird Intel auf dem aktuellen Kursniveau attraktiv finden“, so der renommierte Aktienexperte zu wallstreet:online.

Charttechnik: „Charttechnisch befindet sich das Papier ein wenig am Scheideweg. Nach den Zahlen wurde der 38-Tage-Schnitt nach unten durchbrochen (50,47 Dollar). Die 200-Tage-Linie bei 56,08 Dollar gerät außer Sichtweite. Allerdings befinden sich knapp unter dem aktuellen Niveau bei etwa 42,00 Dollar eine gute Unterstützungszone“, so Brune.

Fazit: Und schließlich kommt Klaus Brune zu einem Fazit, das eine echte Entscheidungshilfe für Aktienanleger aus der Kategorie Selbstentscheider ist: „Fundamental gibt es gute Gründe, das Papier jetzt zu kaufen, auch wenn die Q3-Entwicklung ein klein wenig enttäuscht hat – was aber der Grund dafür ist, dass die Aktie kräftig gefallen ist und daher auf einem interessanten Einstiegsniveau steht.“

Laut der Aktien-Analyse unserer Partnerredaktion FinMent weist die Intel-Aktie ein paar satte Kaufargumente auf. Die finanzielle Situation des Unternehmens sei top, was für Krisensicherheit spräche. Dazu gesellten sich 1a-Werte unter den Überschriften Bruttomarge und operative Marge.

Und nicht zuletzt lege die Intel-Aktie sehr gute Werte bei der Ertragsrendite und der Free Cash Flow Rendite vor, meinen die FinMents. Dagegen aber spräche u.a. der aktuelle Kursverlust. Zu welchem Fazit unsere geschätzte Partnerredaktion FinMent kommt, sehen Sie hier:

Autor: Christoph Morisse, wallstreet:online Zentralredaktion

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1 Kommentare

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Kommentare

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03.11.20 19:33:40
Diese Fundamentalanalyse ist eher vergangenheitsorientiert, als dass sie die aktuellsten Entwicklungen und Zusammenschlüsse bei den Semis berücksichtigt. Und so wird auch ein Tournaround in Aussicht gestellt. Nur bislang rechtfertigt nichts den Turnaround und die Spekulationen auf einen solchen sind stets riskant. The Trend ist your friend and NOT the turnaround.

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Aktie aufgebockt Intel-Aktie im Feuer: Geht der einstige Vorzeige-Halbleiter-Gigant jetzt vor AMD in die Knie? Nach dem Kurssturz fragt sich die Börsengemeinde: Intel jetzt nachkaufen? Schafft der AMD- und Nvidia-Konkurrent den Turnaround oder geht’s weiter bergab? - Drei Analysen von unseren Top-Aktien-Experten.

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