Netflix vs. AT&T – welche ist die bessere Aktie?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
05.11.2020, 10:13  |  1420   |   |   

In der Vergangenheit waren Netflix (WKN: 552484) und AT&T (WKN: A0HL9Z) eher keine Konkurrenten. Netflix verfügte über eine der größten Videostreaming-Plattformen der Welt. AT&T hingegen bot hauptsächlich WLAN und Pay-TV-Dienste in den USA und Lateinamerika an.

Doch nachdem AT&T vor zwei Jahren Time Warner gekauft hatte, kam man sich ins Gehege. Dieser Kauf im Wert von 85 Milliarden USD legte den Grundstein für das neue Streaming-Ökosystem von AT&T. Von dem erhoffte man sich, dass es den anhaltenden Verlust an Pay-TV-Abonnenten bei DirecTV, U-verse und AT&T TV ausgleichen würde.

Die Pläne von AT&T waren ehrgeizig. Aber AT&T enttäuschte die Investoren weiterhin durch das langsame Wachstum seines Wireless-Segments, sein schrumpfendes Pay-TV-Geschäft und seinen Schuldenberg. Infolgedessen stürzte die Aktie in den letzten zwölf Monaten um fast 30 % ab. Die Dividendengewinne wurden dadurch ausgelöscht.

Zur gleichen Zeit erfreute Netflix die Anleger mit seinem robusten Wachstum bei Abonnenten, Einnahmen und Gewinnen. Die Aktien stiegen im gleichen Zeitraum um fast 80 %. Aber wird Netflix AT&T in den nächsten zwölf Monaten weiterhin übertreffen? Werfen wir einen frischen Blick auf beide Unternehmen, um hier zu einer Entscheidung zu kommen.

Leichte Hoffnungsschimmer für AT&T

Die Betriebseinnahmen und das bereinigte EPS von AT&T gingen in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um 6 bzw. 10 % zurück. Das Wireless-Geschäft hatte in der ersten Jahreshälfte mit Schwierigkeiten zu kämpfen. In der Pandemie schlossen viele Einzelhändler, die WarnerMedia-Gruppe hatte mit geschlossenen Kinos und verschobenen Filmstarts zu kämpfen. Zudem verlor das Pay-TV-Geschäft weiterhin Abonnenten an Streaming-Dienste.

Der jüngste Bericht von AT&T für das dritte Quartal enthielt jedoch drei ermutigende Entwicklungen. Erstens kamen 5,53 Millionen US-Mobilfunkkunden hinzu. Das übertraf die Prognose von 2,84 Millionen Netto-Neukunden deutlich.

Zweitens überstieg die Zahl der HBO- und HBO Max-Inlandsabonnenten zusammengenommen 38 Millionen. Im Q2 waren es noch 36 Millionen. Innerhalb dieser Gesamtzahl haben sich die HBO Max-Aktivierungen mehr als verdoppelt. Und schließlich schloss das Unternehmen das Quartal mit Schulden in Höhe von 152 Milliarden USD ab. Nach dem Time-Warner-Deal waren es noch 180 Milliarden USD.

Dennoch gingen die Einnahmen und Gewinne von AT&T im Quartalsvergleich gegenüber dem Vorjahr immer noch zurück. Das lag hauptsächlich am Verlust von über einer halben Million Pay-TV-Abonnenten und an den Problemen bei WarnerMedia. Analysten erwarten für das Jahr einen Rückgang der Einnahmen und Gewinne um 6 bzw. 11 %.

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