Wenn ich nur einen ETF kaufen würde: Diese wären es auf keinen Fall!

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
08.11.2020, 09:51  |  329   |   |   

Viele Foolishe Investoren beschäftigen sich häufig damit, was sie tun würden, wenn sie nur eine Auswahlmöglichkeit hätten. Das kann auf Aktien zutreffen, aber auch auf einzelne ETFs. Unter diesen zugegebenermaßen sehr engen Prämissen können wir möglicherweise bessere Entscheidungen treffen. Auch für oder gegen einen Index bei der Auswahl eines ETF.

Aber drehen wir den Spieß heute einfach mal um: Wenn ich nur einen ETF kaufen dürfte, wäre es definitiv keiner, der eines der folgenden drei Merkmale aufweist. Natürlich verrate ich dir auch, warum.

ETF mit geringer Aktienanzahl

Vielleicht sollte ich eingangs noch erwähnen, dass ich stets im Bereich von Aktien denke. ETFs aus Bereichen wie der Volatilitätsmessung oder anderen komischen Konstruktionen sind sowieso nicht auf meinem Schirm. Doch auch hier existieren einige Einschränkungen, in die ich nicht investieren würde.

Eine erste solche Einschränkung ist beispielsweise ein Aktienindex mit einer eher niedrigen Aktienanzahl. Der DAX gehört beispielsweise mit seinen 30 Vertretern dazu. Aber auch andere regionale Indizes, wie der Schweizer SMI, der ebenfalls über wenig Diversifikation verfügt. Dabei spielt die absolute Anzahl der Aktien bei der Diversifikation sogar eine eher untergeordnete Rolle.

Viel wichtiger wäre es mir nämlich, von einem möglichst idealen und breiten Marktquerschnitt zu profitieren. Wenn ein Index bei einem ETF jedoch wenige verschiedene Aktien bündelt, so ist automatisch eine Konzentration vorhanden. Entweder auf einzelne Segmente. Oder sogar auf einzelne Aktien. Das würde ich umgehen wollen, vor allem, wenn ich bloß auf einen ETF setze. Denn das könnte das Potenzial eines marktbreiten Ansatzes deutlich reduzieren.

ETF mit Dividenden-Fokus!

Ein zweites Merkmal, das ich ebenfalls meiden würde, sind außerdem kostengünstige Passivfonds mit einem Fokus auf Dividenden. Versteh mich nicht falsch: Es gibt auch hier starke und diversifizierte Vertreter, die Dividendenqualität in den Vordergrund rücken. Trotzdem existieren zwei Merkmale, die mich unter diesen Voraussetzungen skeptisch werden ließen.

Zum einen ist das auch hier das Abweichen von der marktbreiten Norm: Dividendenqualität hat häufig ihren Preis und starke Dividenden können zwar solide Renditen generieren. Allerdings weichen sie trotzdem von einem marktbreiten Querschnitt ab.

Zum anderen sind Dividenden-ETFs häufig so konstruiert, dass die Aktien mit hohen Dividendenrenditen entweder höher gewichtet sind oder aber überhaupt eine hohe Dividendenrendite das Auswählkriterium für eine Aktie ist, oder eben nicht. In einigen Fällen wird man hier auf Chancen verzichten. Möglicherweise sogar ein Sammelsurium kriselnder Aktien auf sich vereinen. Wie gesagt: In einzelnen Fällen kann ein Dividenden-Ansatz vertretbar sein, speziell in einem breiteren ETF-Portfolio. Bei bloß einem Passivfonds würde ich darauf jedoch verzichten.

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