Residiert die Deutsche Bank bald im Trump Tower?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
08.11.2020, 10:35  |  1018   |   |   

Wer erinnert sich noch an den Hochstapler Jürgen Schneider? Die Deutsche Bank (WKN: 514000) hat bereits schmerzhafte Erfahrungen mit Baulöwen gemacht und es stellt sich die Frage, wie die Geschäftsbeziehung mit Trump ausgeht. Mit dem Ende der Amtszeit rückt diese erneut ins Rampenlicht. Könnten der ikonische Trump Tower sowie ein Teil der anderen Hotels, Golfplätze, Weinberge und Vergnügungseinrichtungen der Trump-Organisation bald der Deutschen Bank gehören?

Immerhin gibt es viele Hinweise darauf, dass das Imperium in große Schwierigkeiten schlittert. Hier ist also, was Anleger zu den Auswirkungen auf die Aktie der Deutschen Bank wissen müssen.

Keine Peanuts

Als 1994 das Konkursverfahren gegen die Unternehmungen von Jürgen Schneider eröffnet wurden, summierten sich die Forderungen auf über 6 Mrd. Mark (bzw. umgerechnet über 3 Mrd. Euro). Als größter Einzelgläubiger entpuppte sich die Deutsche Bank, die Außenstände von über 1 Mrd. Mark meldete. Offene Handwerkerrechnungen im Umfang von zig Millionen übernahm das Institut, was CEO Hilmar Kopper provokativ als „Peanuts“ bezeichnete.

Damals fielen prestigeträchtige Gebäude wie das Bernheimer-Haus in München an die Deutsche Bank. Ihre Verwertung konnte jedoch erwartungsgemäß nicht die Schulden ausgleichen. In der Folge leitete sie die Restrukturierung ihrer Immobilienfinanzierung ein und musste eine Wertberichtigung in Höhe von einer halben Milliarde Mark vornehmen.

Das war vor einem Vierteljahrhundert. Etwa zur gleichen Zeit nutzte die Bank die Chance, ihr Geschäft an der Wall Street auszubauen. 1990 schuldete die Trump-Organisation amerikanischen Banken mit 4 Mrd. US-Dollar eine ähnliche Summe wie Schneider in Deutschland. Nach der verlustträchtigen Restrukturierung der Schulden wandten sich die meisten einheimischen Banken von Trump ab. Die Deutsche Bank sprang ein und wurde bis zur Jahrtausendwende zum primären Gläubiger.

Berichten zufolge organisierte die Deutsche Bank später russische Geschäftspartner, die die weitere Expansion mitfinanzierten. Angesichts der undurchsichtigen Beziehungen zu Putin hatte sich das Ganze durch Trumps Sprung ins Weiße Haus zu einem höchst brisanten Thema entwickelt. Während der Präsidentschaft blieb dem Bankhaus auch kaum etwas anderes übrig, als stillzuhalten.

Wie es jetzt weitergeht

Anscheinend gelang es der Deutschen Bank, ihre Außenstände gegenüber der Trump-Organisation über die letzten Jahre zu senken. Zuletzt wurde eine Summe von 340 Mio. US-Dollar genannt. Die Darlehen werden 2023 fällig.

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