DEUTSCHE POST IM FOKUS Zweimal Weihnachten in einem Jahr

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
09.11.2020, 14:57  |  248   |   |   

BONN (dpa-AFX) - Die zweite Corona-Welle könnte der Deutschen Post in den nächsten Wochen einen weiteren Schub verleihen. Der Logistikriese bereitet sich gerade auf das auch sonst schon starke Weihnachtsgeschäft vor. In diesem Jahr erwartet das Management allerdings neue Rekorde bei den Paketmengen. Die Krise hatte bereits im Frühjahr für Besonderheiten gesorgt: Ein bisschen Weihnachten war bereits im April.

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Für die Deutsche Post wird das wahr, wovon Kinder sonst nur träumen: Zweimal Weihnachten in einem Jahr - zumindest gefühlt. Denn die Corona-Krise hat dem Logistikkonzern schon im April Paketmengen wie sonst nur in der Vorweihnachtszeit beschert. Für den Dezember rechnen die Bonner erneut mit Rekordzahlen. Dass es in vielen Ländern wieder zu Ausgangssperren und harten Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie kommt, heizt das Geschäft des Konzerns nur noch weiter an.

Die Corona-Krise hat das Einkaufsverhalten der Verbraucher verändert und viel ins Internet verlagert. Dadurch ist die Deutsche Post nach anfänglichen Belastungen durch die Pandemie nach und nach zu einem Krisengewinner geworden. Insgesamt war das Sendungsaufkommen die vergangenen Monate über hoch, und jetzt steht der Endspurt bevor - die Zeit, die sowieso auch in anderen Jahren immer besonders stark war.

Das Management erwartet neue Spitzenwerte: In der Shopping-Hauptsaison dürften die Sendungsmengen im Netzwerk von DHL Express um mehr als 50 Prozent höher liegen als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen bereits im Oktober mit. "Aus der Perspektive des E-Commerce könnte man sogar sagen, dass wir durch Covid-19 im Jahr 2020 bereits auf dem Stand des Jahres 2030 sind", sagte DHL-Express-Manager Michiel Greeven. Und weil demnächst buchstäblich die Post abgeht, hat sich der Logistikriese in Stellung gebracht: Mit 10 000 neuen Mitarbeitern weltweit und neuen Frachtflugzeugen.

Zur Erinnerung: Vor einigen Monaten war die Lage noch unsicherer. Da hatte Post-Chef Frank Appel sogar Kündigungen nicht ausgeschlossen. Am Ende kam der Konzern aber wesentlich besser durch die Krise als gedacht und hat Anfang Oktober seine Prognose für 2020 erhöht.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 4,1 und 4,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Management wegen der Corona-Krise nur noch mit 3,5 bis 3,8 Milliarden Euro gerechnet. Grund für den Optimismus sind die Zahlen des dritten Quartals. Eckdaten hatte der Konzern Anfang Oktober zeitgleich mit der Prognoseerhöhung vorgelegt. Die Details dazu veröffentlicht die Post an diesem Dienstag (10. November).

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