Abgasskandal Benziner-Abgasskandal: Illegale Zykluserkennung im VW-Motor EA888

10.11.2020, 09:34  |  481   |   |   

Mit dem VW-Motor EA888 ist auch ein Benzinmotor vom Abgasskandal betroffen.

Der Abgasskandal zieht weitere Kreise: Offenbar sind neben Dieselmotoren auch Ottomotoren der Volkswagen AG betroffen. Ein Gerichtsgutachten, das im Zusammenhang mit einer Klage gegen Audi vor dem Landgericht Offenburg erstellt wurde, legt nahe, dass im Benzinmotor eines Audi-Modells mit dem VW-Motor EA888 eine illegale Abschalteinrichtung in Form einer Lenkwinkelerkennung verbaut wurde. Interne VW-Unterlagen stützen diesen Verdacht.

Für ein Gerichtsgutachten wurde ein Audi Q5 mit dem Benzinmotor EA288 TFSI 2.0 der Abgasnorm Euro 6 aus dem Baujahr 2015 untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Abgasreinigung bei Lenkbewegungen deaktiviert hat. Wurde das Lenkrad weniger als 15 Grad bewegt – wie in einer Testsituationen auf dem Prüfstand der Zulassungsbehörden –, konnten die Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden. Doch auf der Straße stieß der untersuchte Audi-Benziner mehr als 80 mg/km Stickoxide aus. Gesetzlich erlaubt sind für die Abgasnorm Euro 6 aber nur 60 mg/km. Die eigenen Herstellerangaben von Audi überschritt der Benziner sogar um 300 Prozent.

Der SWR hatte von VW-internen Dokumenten berichtet, in denen Abschalteinrichtungen in Benzinmotoren mit dem Automatikgetriebe AL 551 erwähnt werden. Das Warmlaufprogramm zur Abgasreinigung werde demnach nur in Testsituationen aktiviert. Im Straßenbetrieb komme das Warmlaufprogramm jedoch „so gut wie nie“ zum Einsatz, heißt es in dem Papier. Diese Feststellung entspricht den Testergebnissen des Gutachters.

Benzinmotor EA888 in zahlreichen Fahrzeugen verbaut

Diese sogenannte Lenkwinkelerkennung ist Experten und Gerichten bereits bekannt: Es handelt sich um eine Version der Zykluserkennung – eine Abschalteinrichtung, die auch in Dieselmotoren zum Einsatz kommt.

Der für das Gerichtsgutachten untersuchte Motortyp VW EA888 TFSI 2.0 mit der Abgasnorm Euro 6 wurde noch in zahlreichen weiteren Fahrzeugmodellen von Audi verbaut: Neben dem untersuchten Audi Q5 dürften demnach auch folgende Audi-Modelle über eine illegale Zykluserkennung verfügen:

• Audi S1 und S3

• Audi A3, A4, A5 und A6

• Audi TT

Benziner-Skandal: Auch VW, Seat und Škoda betroffen

Der vom Abgasskandal betroffene Benzinmotor wurde unter dem Namen TSI 2.0 auch in mehrere Modelle der Marken Volkswagen, Seat und Škoda eingebaut. Damit dürften bei VW auch der beliebte VW Golf, der VW Passat, der VW Polo, der VW Beetle, der VW Tiguan und der VW Scirocco betroffen sein. Bei Seat sind es der Seat Exeo und der Seat Leon und bei Škoda könnten der Škoda Octavia, der Škoda Yeti und der Škoda Superb unerlaubte Abschalteinrichtung enthalten und vom Benziner-Abgasskandal betroffen sein.

Wer ein Auto mit Benzinmotor fährt, das über eine illegale Abschalteinrichtung verfügen könnte, sollte sich unbedingt anwaltlich beraten lassen. Die Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN hat sich auf den Abgasskandal spezialisiert und vertritt bundesweit über 12.000 Dieselfahrer gegen die deutschen Autohersteller. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung, kontaktieren Sie uns telefonisch unter der 030 – 200 590 770 oder per Mail an info@rueden.de.



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Abgasskandal Benziner-Abgasskandal: Illegale Zykluserkennung im VW-Motor EA888 Benziner-Skandal: Mit dem VW-Motor EA888 ist auch ein Benzinmotor vom Abgasskandal betroffen – verbaut in zahlreichen Modellen von VW, Audi, Skoda und Seat.

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