Sind die Märkte schon wieder in einer Übertreibung?

Gastautor: Sven Weisenhaus
11.11.2020, 09:40  |  2746   |   |   

Die vorgestrigen Kursgewinne im DAX sehe ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist die Freude groß, weil auch die Depots der Stockstreet-Börsenbriefe einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht haben.

Die vorgestrigen Kursgewinne im DAX sehe ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist die Freude groß, weil auch die Depots der Stockstreet-Börsenbriefe einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht haben. Andererseits mutet ein Kursanstieg um stolze 1.741 Punkte bzw. satte 15 % binnen gerade einmal 6 Handelstagen schon wieder wie eine massive Übertreibung an (siehe dazu auch Börse-Intern vom vergangenen Donnerstag zum Kursanstieg der US-Indizes).

Natürlich kann man die aktuellen Kursgewinne mit fundamentalen Entwicklungen begründen. Aber ob die jüngsten Ereignisse es wirklich wert waren, den DAX in so kurzer Zeit um dieses Ausmaß in die Höhe zu katapultieren, darüber lässt sich streiten.

Warum feiern die Aktienmärkte plötzlich einen Präsident Biden?

So startete der deutsche Leitindex vorgestern bereits mit einer relativ großen Aufwärtslücke in den Handel. Als Grund dafür kann herhalten, dass die Medien Joe Biden am Samstag zum Sieger der Präsidentschaftswahl gekürt haben. Doch hier scheint es so, dass Kurse wieder einmal Nachrichten machen. Denn ich erinnere mich, dass eigentlich Donald Trump als Liebling der Börsen galt. Hat daher aus Sicht der Anleger nicht der falsche Kandidat das Rennen gemacht? Müssten die Aktienkurse somit nicht eigentlich purzeln? Schließlich steht ein demokratischer Präsident Biden für Steuerhöhungen, die naturgemäß die Wirtschaft eher belasten.

In allen denkbaren Konstellationen stehen sich Vor- und Nachteile gegenüber

Doch dazu wird es wohl nicht kommen, denn schließlich liegt der Senat ja noch mehrheitlich in republikanischer Hand. Und dieser Senat wird Steuererhöhungspläne von Biden blockieren, so das Argument der Marktteilnehmer für die steigenden Aktienkurse bereits in der vergangenen Woche (siehe dazu auch Börse-Intern vom vergangenen Donnerstag). Wirklich schlüssig ist dies aber nach wie vor nicht. Denn es ist durchaus möglich, dass sich die Sitzverteilung im Senat noch zugunsten der Demokraten verändert, da im Januar noch Stichwahlen anstehen. Zudem kann ein republikanischer Senat auch ein großes Konjunkturpaket der Demokraten weiterhin blockieren, wie es in der Vergangenheit bereits der Fall war. Und das ist klar bearish für den Aktienmarkt. Vor- und Nachteile eines republikanischen Senats stehen sich also gegenüber.

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