Der DAX könnte einen 3 Jahre alten Deckel sprengen

Gastautor: Sven Weisenhaus
12.11.2020, 09:43  |  1195   |   |   

Vorgestern hatte ich geschrieben, dass „eine anhaltende Seitwärtskonsolidierung (auf hohem Niveau) für mich die logischere Konsequenz“ für die aktuellen Entwicklungen gewesen wäre.

Vorgestern hatte ich geschrieben, dass „eine anhaltende Seitwärtskonsolidierung (auf hohem Niveau) für mich die logischere Konsequenz“ für die aktuellen Entwicklungen gewesen wäre. Dabei ist dieses Szenario durchaus noch möglich.

DAX befindet sich noch in einer Seitwärtskonsolidierung

Denn der DAX ist zum Beispiel inzwischen nicht nur in den Bereich seiner Top-Formation zurückgekehrt (Rounding-Top, roter Bogen im folgenden Chart), sondern hat diese sogar überwunden (grüner Kreis). Die Topbildung ist damit vom Tisch. Doch das Hoch dieser Formation wurde noch nicht überwunden. Und somit befindet sich der Index noch innerhalb seiner Seitwärtskonsolidierung seit Juni.

DAX - Chartanalyse

Der Grund dafür, dass es mit dem DAX noch nicht weiter aufwärts ging, ist in einem ganzen Widerstandsbündel zu finden, welches den Bullen das Leben gerade schwer macht.

Die Rallye stößt an einen starken Widerstandsbereich

So wurde das Hoch der durch die Impfstoff-Meldung ausgelösten extrem starken Aufwärtsbewegung vom Montag (13.297,05) ziemlich genau an der Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten markiert. Knapp darunter verlaufen zwei Widerstandslinien (rot), die ihren Ursprung in den Zwischenhochs vom Mai und Juni 2018 haben (siehe folgender Chart).

DAX - langfristige Chartanalyse (2017)

Beim Blick auf diesen längerfristigen Chart fällt auf, dass der DAX schon seit 2017 Probleme hat, die 13.300er Rechteckgrenze (nachhaltig) zu überwinden. Zudem kommt den Kursen gerade auch noch eine Konsolidierungslinie (rot gestrichelt) entgegen. Dass ein solcher Widerstandsbereich nicht im ersten Anlauf überwunden werden kann, wenn die Kurse zuvor bereits weit gelaufen sind, ist nicht ungewöhnlich.

Der DAX zeigt sich dennoch stark

In einigen Medien ist heute zu lesen, dass die Euphorie aus der Impfstoffmeldung bereits wieder verflogen ist, weil der DAX heute kaum noch zulegen kann. Doch das ist (wieder einmal) ziemlicher Unsinn. Denn es ist vielmehr sogar sehr bullish zu werten, dass die Kurse an einem Widerstand nicht abprallen, sondern sich auf dem erreichten Niveau halten können. In den meisten Fällen setzt sich die Kursbewegung nach einer Konsolidierung mit nur moderaten Rücksetzern in Trendrichtung fort. Die Euphorie ist also nicht verflogen, die Bullen legen bislang lediglich eine kleine Verschnaufpause ein.

Kann der DAX einen 3 Jahre alten Deckel sprengen?

Und daher verfestigt sich mein Eindruck aus der vergangenen Woche, dass die Aktienmärkte durchaus bullish zu werten sind (siehe auch vorangegangene DAX-Analyse vom 4. November). Der DAX wirkt nun nicht mehr angeschlagen, sondern vielmehr bereit, den Widerstandsbereich endlich nach oben aufzulösen, der schon seit 3 Jahren die Kurse deckelt.

Selbst wenn die Kurse dabei noch einmal „Luft holen“ müssen, es also zu einem Rücksetzer kommt, ist dies erst einmal nicht bearish zu werten. Man muss erst skeptisch werden, wenn es dabei dynamisch abwärts geht und die Mittellinie bei 12.235 Punkten unterschritten wird. Denn dann droht der DAX mehr als 61,80 % des aktuellen Aufwärtsimpulses zu korrigieren (das wäre bei 12.160,85 Punkten der Fall) und damit die neue Aufwärtsbewegung zu beenden. In diesem Fall wird wohl die Seitwärtskonsolidierung auf hohem Niveau noch eine Weile anhalten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Trading
Ihr
Sven Weisenhaus

 (Quelle: www.stockstreet.de)

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