Wind und Wasserstoff statt Öl Mega-Wasserstoff-Deal: Ölmulti BP und Windriese Ørsted – „BP auf längere Sicht auf jeden Fall kaufenswert!”

12.11.2020, 14:30  |  32538   |   |   

Ørsted hat es vorgemacht: Vom Ölmulti zum weltgrößten Offshore-Windkonzern führten zu einem 5-Jahres-Plus von fast 360 Prozent. Kann die Wasserstoff-Kooperation zwischen BP und Ørsted nun den Kursverfall bei BP beenden?

Der britische Ölriese BP und der dänische Energiekonzern und Offshore-Windkraft-Spezialist Ørsted planen gemeinsam "grünen Wasserstoff" herzustellen. Dieser wird mit Hilfe von erneuerbaren Energien produziert, ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und ist insbesondere für die Dekarbonisierung der Industrie essenziell.

In der BP-Raffinerie Lingen im Nordwesten Deutschlands planen die beiden Unternehmen den Bau eines 50 Megawatt (MW) Elektrolyseurs, der grünen Strom von Ørsted aus Offshore-Windparks in der Nordsee nutzt. Die Anlage soll zunächst eine Tonne grünen Wasserstoff stündlich herstellen können, der anschließend in der Raffinerie für die Herstellung von Kraftstoffen genutzt wird. Damit könnten rund 20 Prozent des derzeit aus fossilem Erdgas erzeugten "grauen Wasserstoffs" der BP-Raffinerie ersetzt werden. Die Inbetriebnahme der Anlage soll bereits 2024 erfolgen.

Es sei zudem möglich, in einem zweiten Projektschritt die Kapazität des Elektrolyseurs auf 150 MW auszubauen. „Ziel von BP ist es, langfristig den gesamten fossil erzeugten Wasserstoff der Raffinerie Lingen zu ersetzen und so zu einer deutlichen Senkung der CO2-Emissionen in der Kraftstoffproduktion beizutragen”, erklärte ein Konzernsprecher am Dienstag. Sollten in Zukunft auch synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels, in der Raffinerie hergestellt werden, seien an dem Standort sogar Elektrolyse-Kapazitäten von mehr als 500 MW möglich.

Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa SE, erklärte: „Bereits 2018 haben wir in einem weltweit erstmaligen Testlauf bewiesen, dass grüner Wasserstoff problemlos im Raffinerieprozess genutzt werden kann. Gemeinsam mit Ørsted wollen wir nun einen wichtigen Baustein für eine starke Wasserstoffwirtschaft in Deutschland schaffen. Gleichzeitig kommen wir dem Ziel, unsere BP Betriebsaktivitäten bis spätestens 2050 klimaneutral zu machen, einen wesentlichen Schritt näher. Und unsere Kunden können sich über nachhaltigere Kraftstoffe an unseren Aral Tankstellen freuen (. . .).“

Der Aktien der beiden Unternehmen können von der Wasserstoff-Kooperation kurzfristig profitieren: Die BP-Aktie gewann innerhalb einer Woche fast 13 Prozent hinzu. Die Ørsted-Aktie legte im selben Zeitraum rund acht Prozent zu (Stand:12.11.2020, 11:00 Uhr, Börse Frankfurt).

Börsenexperte Uwe Lang – besser bekannt als der Börsenpfarrer –, ist überzeugt, dass der Ölkonzern BP aktuell deutlich unterbewertet ist. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte er knapp: „Ich halte BP wie auch Royal Dutch Shell für weit unterbewertet. Auf längere Sicht auf jeden Fall kaufenswert!”

Mit seiner Einschätzung ist der Börsenpfarrer nicht allein: Bernstein Research, Kepler Cheuvreux, UBS, Credit Suisse, JP Morgan Chase sowie Goldman Sachs sprachen kürzlich Kaufempfehlungen für die BP-Aktie aus. Nur das Analysehaus RBC ist bei dem britischen Ölmulti bearish: deren Analysten beließen die BP-Aktie Ende Oktober auf "Underperform". Morgan Stanley stufte die BP-Aktie Anfang November von "Underweight" auf "Equal-weight".

Vergleicht man die 5-Jahres-Performance von BP- und Ørsted-Aktie gibt es jedoch einen klaren Gewinner: Während die BP-Aktie fast 50 Prozent verlor, gewann die Ørsted-Aktie im selben Zeitraum fast 360 Prozent hinzu. Ørsted hat es innerhalb weniger Jahre von einem unbedeutenden Öl- und Gaskonzern zum weltgrößten Offshore-Windkraft-Unternehmen geschafft.

Orsted

BP

Autor: Ferdinand Hammer

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Wind und Wasserstoff statt Öl Mega-Wasserstoff-Deal: Ölmulti BP und Windriese Ørsted – „BP auf längere Sicht auf jeden Fall kaufenswert!” Ørsted hat es vorgemacht: Vom Ölmulti zum weltgrößten Offshore-Windkonzern führten zu einem 5-Jahres-Plus von fast 360 Prozent. Kann die Wasserstoff-Kooperation zwischen BP und Ørsted nun den Kursverfall bei BP beenden?

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