Öl-Aktien: Für immer versiegt? - Seite 2

Gastautor: Dirk Heß
13.11.2020, 15:39  |  3920   |   |   

 

Corona bringt die Branche ins Taumeln

All diese Punkte wären für die großen Ölkonzerne vermutlich noch irgendwie zu verkraften. Die Corona-Krise hat die Branche aber nun endgültig jeglicher Illusion beraubt. Kostete ein Barrel der Nordseemarke Brent Ende des letzten Jahres fast noch 69 US-Dollar, rauschte der Preis infolge der Pandemie zwischenzeitlich unter 20 Dollar ab. Für die US-Sorte WTI wurden am Terminmarkt kurzzeitig sogar negative Preise festgestellt. Mittlerweile hat sich der Ölpreis zwar wieder auf ein Niveau um die 40 US-Dollar erholt. Der Schaden ist dennoch enorm. Allein im zweiten Quartal 2020 verzeichneten die „Big Oil“ – wie die fünf größten Ölkonzerne Exxon Mobil, Chevron, Royal Dutch Shell, BP und Total genannt werden – einen Verlust von 52,7 Milliarden US-Dollar. Die Folge: massive Kurseinbrüche. Die Aktie von Exxon Mobil gab seit Jahresanfang um 55 Prozent ab. BP und Royal Dutch Shell brachen sogar um rund 60 Prozent ein. Erst vor wenigen Wochen wurden auch diese Tiefs unterschritten und die Papiere der beiden Aktien markierten damit ihren jeweils tiefsten Stand seit 25 Jahren (Stand: 12. November 2020).

 

Erholung möglich, aber nicht kurzfristig

Aus Anlegersicht stellt sich trotz der jüngsten Erholungen die Frage, ob der Tiefpunkt schon erreicht ist und die stark zurückgekommenen Bewertungsmultiplen zum Einstieg locken. Auf der einen Seite, da sind sich die Experten einig, dürfte die Ölnachfrage noch eine geraume Weile schwach bleiben. So rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem jüngsten „Oil Market Report“, dass die weltweite Nachfrage nach Öl in diesem Jahr um 8,4 Millionen Barrel pro Tag von 100,1 auf 91,7 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen wird. Und auch im kommenden Jahr, so die Prognose, wird die Nachfrage mit 97,2 Millionen Barrel pro Tag deutlich unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit bleiben. Außerdem geht die IEA davon aus, dass der Ölpreis bis 2023 nicht dauerhaft über die 50-Dollar-Marke steigen wird. Das sei für die Ölförderer „wenig ermutigend“, heißt es in dem Report.

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Disclaimer

Öl-Aktien: Für immer versiegt? - Seite 2 Die Corona-Krise hat die strukturellen Schwächen der Ölkonzerne schonungslos aufgedeckt und die Kurse abstürzen lassen. Die Zeiten dürften bis auf Weiteres herausfordernd bleiben. Dennoch könnte sich ein Blick auf den Sektor lohnen, allerdings nur bei Titeln, die gewisse Voraussetzungen erfüllen.