Untersuchungsausschuss Wirecard: Lässt Markus Braun im Bundestag eine Bombe platzen?

Gastautor: Roland Klaus
16.11.2020, 07:17  |  27739   |   |   

Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun will am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags aussagen. Dabei könnte es brisante Nachrichten geben - auch für geschädigte Anleger.

Dieser Donnerstag wird ein spannender Termin für alle Wirecard-Anleger. Ex-Vorstandschef Markus Braun hat seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags angekündigt. Umstritten ist noch, ob Braun lediglich per Videokonferenz zugeschaltet sein wird, wie er es selbst möchte. Oder ob er persönlich in Berlin aussagen muss, wie es die Parlamentarier verlangen.

Sicher scheint jedoch, dass der Österreicher, der 18 Jahre lang Wirecard geprägt hat, interessante Informationen liefern wird. Besonders nachhaken werden die Bundestags-Abgeordneten vermutlich bei den Verbindungen zwischen Braun und der Bundesregierung – insbesondere dem Finanzministerium von Olaf Scholz.

Denn der Untersuchungsausschuss wurde einberufen von FDP, Linkspartei und Grünen. Er hat die Aufgabe, ein mögliches Fehlverhalten der Regierung offenzulegen. In diese Richtung werden also die Fragen der Abgeordneten gehen. Die Ausschüsse finden grundsätzlich öffentlich statt. Wir werden also erfahren, was der langjährige Wirecard CEO zu sagen hat.

Braun – so vermuten es einige Beobachter – könnte Teile der Bundesregierung „ans Messer liefern“. Seine vorrangige Absicht dürfte es sein, sein eigenes Fehlverschulden als möglichst gering darzustellen. Sollte es also bisher unbekannte Verbindungen oder Absprachen zwischen Wirecard, dem Finanzministerium oder der Finanzaufsicht Bafin gegeben haben, so dürfte Braun diese offenlegen, um sich reinzuwaschen.

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Hier wird es insbesondere für Anleger interessant, die mit Wirecard viel Geld verloren haben. Denn solche Informationen würden die Aussichten auf Schadensersatz bei einer Klage auf Staatshaftung deutlich verbessern. Juristen sind ohnehin der Meinung, dass eine solche Klage gegen die Bundesrepublik neben der bereits laufenden Schadensersatzklage gegen den Wirecard-Wirtschaftsprüfer EY (früher Ernst&Young) sehr aussichtsreich sein kann.

Denn bereits jetzt liegen zahlreiche Hinweise auf dem Tisch, dass die Bafin ihren Aufgaben nicht nachgekommen ist. Das belegt auch eine Untersuchung der europäischen Finanzaufsicht ESMA, die der Bafin ein miserables Zeugnis ausstellt. Anstatt den zahlreichen Hinweisen auf Bilanzmanipulationen und Betrug nachzugehen, hat sie Wirecard über mehrere Jahre sogar in Schutz genommen, beispielsweise durch das Verbot von Leerverkäufen in der Wirecard-Aktie.

Liefert nun der Auftritt von Markus Braun vor dem Untersuchungsausschuss weitere Munition für solche Thesen? Wenn ja, dann dürften sich die Aussichten bei einer Staatshaftungsklage weiter verbessern. Geschädigte Anleger sollten sich auf jeden Fall darüber informieren, welche Möglichkeiten auf Schadensersatz sie haben. Die Interessengemeinschaft Widerruf nimmt diese Prüfung kostenlos und unverbindlich vor und unterstützt Aktionäre und Derivate-Anleger auch bei der anschließenden Umsetzung der Schadensersatz-Forderungen.

Für die Klage gegen den Wirtschaftsprüfer EY bieten wir dabei auch ein Vorgehen ohne Kostenrisiko an. Im Rahmen einer Prozessfinanzierung wird lediglich dann ein Erfolgshonorar fällig, wenn tatsächlich Schadensersatz erstritten wird. Im Klartext heißt das: Ohne Erfolg, keine Kosten! Daneben ist für geschädigte Anleger vor allem die Anmeldung der Forderungen im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG interessant. Dort wird es zwar keinen kompletten Schadensersatz geben. Aber es scheint sehr sicher, dass Aktionären aus den Erlösen des Insolvenzverwalters zumindest einen Teil ihres Schadens ersetzt bekommen werden. Auch dazu gibt es weitere Informationen im Rahmen der Prüfung bei der IG Widerruf.

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2 Kommentare

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Kommentare

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19.11.20 17:24:00
Sperrt den Psychopathen lebenslang weg danke
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17.11.20 09:04:37
Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

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Untersuchungsausschuss Wirecard: Lässt Markus Braun im Bundestag eine Bombe platzen? Der frühere Wirecard-Chef Markus Braun will am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags aussagen. Dabei könnte es brisante Nachrichten geben - auch für geschädigte Anleger.

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