Abgasskandal Lkw-Gipfel: Deutsche Umwelthilfe beklagt zu hohen Stickoxid-Ausstoß

16.11.2020, 11:50  |  166   |   |   

Blockade der Verkehrswende: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat anlässlich des Lkw-Gipfels im Bundesverkehrsministerium den zu hohen Stickoxid-Ausstoß von Lkw kritisiert.

Anlässlich des Lkw-Gipfels im Bundesverkehrsministerium zur Förderung der Lkw-Branche und Steigerung des Güterverkehrs auf unseren Straßen hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den hohen Stickoxid-Ausstoß von Lkw beklagt. Die DUH kritisiert die Weigerung der zuständigen Behörden, die realen Emissionen gesundheitsschädlicher Luftschadstoffe zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Dem Verkehrsministerium wirft sie fehlende Kontrolle vor. Das führe zu einer Verdopplung der realen Stickoxidemissionen von Lkw auf Autobahnen.

Vor dem geplanten Lkw-Gipfel hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) alarmierende Ergebnisse der realen Abgasemissionen bei Lkw veröffentlicht. Das Emissions-Kontroll-Instituts (EKI) der Deutschen Umwelthilfe hatte in mehreren EU-Ländern die Emissionen von 284 Lkw mit den Abgasstufen Euro 5 und Euro 6 im realen Fahrbetrieb erfasst. Dabei zeigte sich, dass etwa die Hälfte der untersuchten Lkw auf der Straße zu viel Stickoxide (NOx) ausstieß, so die DUH. Die NOx-Emissionen der Gesamtflotte seien um das Doppelte erhöht – sowohl bei den Euro-5-Lkw als auch bei den Fahrzeugen der neuesten Abgasstufe Euro 6.

DUH kritisiert Blockade der Verkehrswende

„Unsere Abgasmessungen zeigen extreme Überschreitungen der Stickoxidemissionen und die Kontrollbehörden schauen wie bereits beim Dieselgate der Pkw aktiv weg“, klagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH in einer Pressemitteilung der DUH. „Im Windschatten der Covid-19-Pandemie versucht Verkehrsminister (Andreas) Scheuer die Verkehrswende im Güterverkehr rückabzuwickeln. Seine neue Parole lautet: 'Mehr Güter auf die Straße', indem er den Speditionen hohe Kaufprämien für den Kauf von Lkw gewährt und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs weiter verschlechtert.“

Die DUH fordert von den zuständigen Behörden wirksame Kontrollen der stark überhöhten NOx-Emissionen bei Lkw im Realbetrieb und kritisiert die geplante Blockade der Verkehrswende im Güterverkehr: Statt den Speditionen hohe Zuschüsse für den Kauf neuer Lkw zu zahlen und dadurch den Güterverkehr auf der Straße zu subventionieren, müsse die Bundesregierung den Ausbau der Schiene für den Güterverkehr verstärken. Vor allem die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angekündigten Kaufprämien für Diesel-Lkw der Abgasstufe Euro 6 lehnt die DHU ab.

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Abgasskandal Lkw-Gipfel: Deutsche Umwelthilfe beklagt zu hohen Stickoxid-Ausstoß Blockade der Verkehrswende: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat anlässlich des Lkw-Gipfels im Bundesverkehrsministerium die zu hohen Stickoxid-Emissionen von Lkw kritisiert.

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