Darum ist es Nonsens, diese 2 Aktien zu verkaufen!

Gastautor: Armin Brack M.A.
16.11.2020, 12:28  |  3853   |   |   

In dieser Woche geht es hoch her an den Weltbörsen. Die Biotech-Firma BioNTech und ihr Partner Pfizer haben verkündet, ihr Corona-Impfstoff würde zu 90% vor einer Ansteckung schützen.

Die Börsen spielten daraufhin verrückt: Alle Aktien, die irgendwie im Verdacht standen, von der Corona-Pandemie profitiert zu haben oder im Technologie-Sektor tätig zu sein, wurden aus den Depots geworfen und ihre Kurse prozentual zweistellig ins Minus gedrückt. Im Gegenzug wurde jede ausgebombte Aktie, ob nun Corona gebeutelt oder bereits scheintot, gnadenlos hochgekauft.

Einige Kommentatoren meinten sogar, Value wäre wiederentdeckt worden und Growth sähe endlich seinem verdienten Niedergang entgegen.

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Alles Nonsens. Wirklich alles davon!

Zunächst einmal gibt es keinen Impfstoff, sondern „nur“ eine positive Studie und auf deren Basis soll nun die nächste erfolgen. Parallel hierzu möchte BioNTech bei der FDA eine Schnellzulassung beantragen, damit der Impfstoff möglichst zügig eingesetzt werden kann. Das wird frühestens gegen Ende des Jahres der Fall sein, wahrscheinlich jedoch erst im nächsten Frühjahr.

Und dann müssen die hunderte von Millionen Impfdosen weltweit verteilt und verabreicht werden. Dafür stehen gar nicht die Kapazitäten zur Verfügung, so dass es Monate dauern wird, bis genügend Menschen geimpft werden konnten, damit sich dann die erhoffte Herden-Immunität einstellt.

Doch selbst dann ist Corona nicht besiegt, sondern verliert lediglich seinen größten Schrecken. Die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, sinkt deutlich und die Wahrscheinlichkeit steigt, bei einer Ansteckung schnell und gut versorgt zu werden, so dass kein schwerer oder gar tödlicher Verlauf eintritt. Corona würde zu einer der vielen Viruserkrankungen, mit denen wir zu leben gelernt haben: HIV, Masern, Grippe.

Unbestritten ist, dass ein wirksamer Impfstoff Lockdowns überflüssig machen wird. Es werden weiter Abstandsregeln und Hygienekonzepte erforderlich sein und Masken, aber wir gewinnen ein Stück weit Normalität zurück. Nicht nur wir Bürger, sondern auch die Unternehmen, die jetzt besonders unter Corona leiden: die Hotels, die Restaurants, die Freizeitparks, die Reiseveranstalter und viele mehr. Es ist verständlich, dass die Hoffnung auf Besserung deren Aktienkurse steigen lässt.

Was nicht nachvollziehbar ist, ist der Ausverkauf bei Technologie-Werten und vermeintlichen Corona-Profiteuren. Die schon vor Corona bestehenden Megatrends hin zu Cloud-Diensten, digitalem Zahlungsverkehr, Online-Shopping, Online-Gaming und regenerativen Energien setzten sich fort. Corona hat hier zusätzlich Rückenwind gegeben und die Entwicklung deutlich beschleunigt, aber es sind keine allein durch Corona befeuerten Kurzzeitphänomene, wie der Nachfragesprung nach Beatmungsgeräten.

Und dann gibt es da eine Branche, die ebenfalls unter die Räder kam, weil ihr vermeintlich Umsätze wegbrechen würden: die Labor-Ausrüster. Die haben profitiert, weil weltweit zig Millionen Corona-Tests durchgeführt wurden und dazu Labore eröffnet oder erweitert werden mussten. Die irrige Annahme ist nun, dass ein Corona-Impfstoff das Testen überflüssig macht und daher niemand mehr in neue Labors und Testequipment investieren wird. Ein fataler Denkfehler...

Denn Corona bleibt uns erhalten. Wer immer Symptome zeigt, muss getestet werden, damit man ihn nötigenfalls schnell behandeln kann. Corona ist die erste weltweite Pandemie, der wir uns seit einhundert Jahren stellen müssen. Und wir waren nicht vorbereitet, so viel steht mal fest.

Es ist kaum vorstellbar, dass die Regierungen dieser Welt wieder zur Tagesordnung übergehen und hoffen, so etwas werde schon nicht wieder passieren. Nein, sie werden das Thema Pandemieschutz nicht aus den Augen lassen und dafür sorgen, dass genügend Ressourcen bereitstehen, wenn die nächste Seuche über uns hereinbricht.

Und das bedeutet, dass die finanziellen Mittel für Labore, medizinische Versorgung und Medikamenten-Forschung künftig auf einem höheren Niveau fließen werden, als das vor Corona der Fall war. Die (einzige) logische Schlussfolgerung aus diesen Überlegungen ist, dass die Labor-Ausrüster auch künftig und wohl dauerhaft Sonderkonjunktur haben werden. Es fließe Geld...


 Danaher Corp. 

Danaher ist in den Bereichen Gesundheit und Umwelt aktiv und führt aktuell 25 Tochter-Unternehmen. Im Sektor Life Sciences geht es um die Entwicklung von Geräten und Verfahren für die medizinische Forschung und Anwendung, z.B. Mikroskope und Spektrometer. In der Sparte Diagnose werden Krankenhäuser und Ärzte mit Geräten und Software ausgestattet, um Diagnosen stellen zu können. Die Sparte Environmental & Applied Solutions beschäftigt sich mit Umwelt-Technik. Hier geht es um das Reinigen von Wasser und umweltfreundliche Verpackungen.

Die Grundlage von Danahers jahrzehntelangem Erfolg ist das sogenannte Danaher-Business-System, hinter dem sich ein permanentes Effizienzprogramm verbirgt. Dem müssen sich alle übernommenen Firmen unterziehen, aber in regelmäßigen Abständen auch immer wieder die Bestandsfirmen. Dabei werden alle Konzepte, Arbeitsabläufe und Handgriff überprüft und ggf. verbessert. Manager zugekaufter Unternehmen werden auf eine mehrwöchige Rundreise durch die Danaher-Welt geschickt, damit sie die Effizienz-Doktrin des Hauses verinnerlichen. So werden Wachstum, Margen und Geldfluss kontinuierlich gesteigert.

Wachstum im operativen Geschäft ist nur ein Teil des Geschäftsmodells, weitere Firmen-Übernahmen sind das zweite Standbein von Danaher. Zuletzt wurde für 21,4 Milliarden US-Dollar die Biopharma-Sparte von General Electric übernommen, die nun als Cytiva den Danaher-Konzern bereichert. Es war die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte.

Danahers Business wird von Corona kaum beeinträchtigt, während bei Cytiva noch große Potenziale schlummern, die durch das Danaher Business System zu heben sind. Der Danaher-Kurs markierte dem entsprechend immer wieder neuen Allzeithochs und da die Geschäfte vor, während und nach Corona hervorragend laufen, wird der Kurs „einfach nur folgen“.

Danaher Corporation (ISIN: US2358511028)

 

*Dieser Text ist ein Auszug aus meinem kostenfreien Geldanlage-Report.*

Die heutige Ausgabe entstand wieder in Zusammenarbeit mit Michael C. Kissig, Value Investor und Betreiber des Blogs iNTELLiGENT iNVESTiEREN.

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Hinweispflicht nach §34b WpHG: Der/die Verfasser ist/sind in ein oder mehreren der oben genannten Wertpapieren/Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels investiert: Danaher & Thermo Fisher. Es können daher Interessenskonflikte vorliegen. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

Ihr Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
www.geldanlage-report.de

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