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Hauptversammlung am 26.11. Springer greift für Squeeze Out in die Trickkiste – SdK beklagt "Schlag gegen die Aktienkultur in Deutschland"

18.11.2020, 09:36  |  3740   |   |   

Die Hauptversammlung von Axel Springer am 26. November könnte für Minderheitsaktionäre die letzte werden.

Der amerikanische Großaktionär KKR will sich mithilfe von CEO Matthias Döpfner und Verlegerin Friede Springer die restlichen im Streubesitz befindlichen Anteile einverleiben.

Schon seit April ist der Medienriese nicht mehr an der Börse gelistet. Ein Schritt, der nach dem Einstieg von KKR erwartet worden war. Ein Squeeze Out, also das Herausdrängen der letzten Minderheitsaktionäre, war damals aber ausdrücklich nicht geplant. Umso enttäuschter zeigen sich nun die Aktionärsschützer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

SdK-Sprecher Michael Kunert spricht gegenüber wallstreet:online von einem „weiteren Schlag gegen die Aktienkultur in Deutschland.“ Von der plötzlichen Meinungsänderung der Großaktionäre KKR, Springer und Döpfner in Sachen Squeeze Out sei man überrascht worden. „Als langjähriger Aktionär bei Axel Springer finde ich es äußerst beschämend wie die Gesellschaft mit ihren treuen Aktionären umgeht und nun auch noch die Corona-Krise mit einer virtuellen Hauptversammlung ausnutzt“, so Kunert weiter. „Bei der ist es bekanntermaßen völlig ausgeschlossen über die Hintergründe für den eigenartigen Sinneswandel von Springer und Döpfner zu diskutieren, der zum Enteignungsverfahren führt und das Wertgutachten mit der Höhe der Zwangsabfindung.“

Laut Aktiengesetz können die Mehrheitsaktionäre einen Squeeze Out nur dann vollziehen, wenn sie mindestens 95 Prozent der Aktien besitzen. Der Großaktionär KKR kommt aktuell jedoch nur auf 47,6 Prozent. Ein Griff in die Trickkiste soll dem Unternehmen helfen, die restlichen 0,9 Prozent des Streubesitzes gegen eine Abfindung einzuziehen: Eine KKR nahestehende Holdinggesellschaft leiht sich vorübergehend die Aktien von Döpfner und Springer (51,5 Prozent). Diese Gesellschaft hält vorübergehend über 99 Prozent des Grundkapitals an Axel Springer. „Unmittelbar nach Wirksamwerden des Squeeze-out werden diese Aktien an die Darlehensgeber zurückübertragen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens.

Nach dem jüngsten Delisting von Rocket Internet, bei dem Aktionäre mit einem Angebot deutlich unter dem einstigen Ausgabepreis der Aktie abgespeist wurden, wäre Berlin nun „um einen weiteren aktionärsfeindlichen Vorgang reicher“, so Kunert. „Leider hat weder der Fall Rocket Internet noch der Fall Axel Springer bisher zu einem politischen Aufschrei geführt, um den Anlegerschutz in Deutschland zu stärken.“

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

 
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