Wo liegt der faire Wert?

Gastautor: Sven Weisenhaus
21.11.2020, 10:31  |  2254   |   |   

Vorgestern hatte ich etwas provokativ geschrieben, dass man mit den Zahlen aus der Berichtssaison zum 3. Quartal 2020 das aktuelle Niveau im DAX von etwas mehr als 13.000 Punkten, aber ebenso einen Indexstand von 11.000

Vorgestern hatte ich etwas provokativ geschrieben, dass man mit den Zahlen aus der Berichtssaison zum 3. Quartal 2020 das aktuelle Niveau im DAX von etwas mehr als 13.000 Punkten, aber ebenso einen Indexstand von 11.000 begründen könnte. Und im S&P 500 wäre ein Kurs von 3.000 Zählern derzeit ebenso plausibel wie das aktuelle Niveau von ca. 3.600 Punkten. Eine Begründung für diese Aussage lieferte ich anschließend mithilfe von fundamentalen Daten, wie insbesondere dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und dem erwarteten zukünftigen Gewinnwachstum des S&P 500.

Bei welchem Kurs ist ein Börsenwert fair?

Aber hinter diesen Aussagen steckt noch etwas anderes. Es geht dabei schlicht um die Frage, bei welchem Kurs bestimmte (Basis-)Werte an der Börse eigentlich fair bewertet sind. Daraus leitet sich die Frage ab, welchen Zielkurs ein bestimmter Wert hat. Kenne ich die Antwort auf diese Fragen, kann ich daraus Trades oder Investments ableiten. Liegt ein Börsenkurs unterhalb des Zielwerts, kann man auf steigende Notierungen setzen – und umgekehrt. Doch eine faire Bewertung ist stets ein subjektives Empfinden und von vielen Faktoren abhängig.

Eine faire Bewertung ist stets ein subjektives Empfinden

Die in der vorgestrigen Börse-Intern genannten Gewinnerwartungen der Analysten sind zum Beispiel Durchschnittswerte. Jeder Analyst hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie stark die Gewinne der Unternehmen aus dem S&P 500 im kommenden Jahr wachsen werden. Trägt man die jeweiligen Prognosen aller Analysten zusammen, kann man sie addieren und anschließend durch die Anzahl der Analysten teilen, um auf den Durchschnittswert zu kommen. So weit, so simpel.

Um zu einer Prognose für den gesamten Index oder ein konkretes Unternehmen bzw. dessen Aktie zu kommen, muss ein Analyst die Entwicklung der Wirtschaft, das Potential der einzelnen Branchen und die Unternehmen analysieren. Damit wird es schon deutlich komplizierter. Dabei werden die Analysten bei der Erwartung an das zukünftige Wachstumspotential der Wirtschaft, der einzelnen Branchen und der Unternehmen zumindest teilweise zu immer wieder unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Hier spielen also schon subjektive Eindrücke eine Rolle.

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