Unternehmen Bewerber mit Migrationshintergrund erwünscht

Nachrichtenagentur: news aktuell
25.11.2020, 11:00  |  814   |   |   

Köln (ots) - Menschen mit Migrationshintergrund tragen in Deutschland gezielt
zur Fachkräftesicherung bei. So beschäftigt aktuell jedes zweite Unternehmen
Menschen dieser Zielgruppe. Besonders in Branchen mit Fachkräfteengpässen werden
häufiger Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt. Neben der
Fachkräftesicherung spielen aber auch die Übernahme gesellschaftlicher
Verantwortung und die Stärkung der eigenen Arbeitgebermarke als Motiv für die
Beschäftigung eine zentrale Rolle. 59 Prozent der Befragten wünschen sich mehr
Bewerber mit Migrationshintergrund. Dies belegt eine neue repräsentative Studie
des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) am Institut der deutschen
Wirtschaft (IW).

Im Jahr 2019 lebten über 21 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in
Deutschland. Das heißt: jede vierte Person ist selbst nicht in Deutschland
geboren oder hat mindestens einen im Ausland geborenen Elternteil. Mittlerweile
werden Menschen mit Migrationshintergrund auch in jedem zweiten Unternehmen in
Deutschland beschäftigt, wie die repräsentative Studie KOFA-Studie "Kulturelle
Vielfalt in Unternehmen - Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren"
belegt. Zunehmende Fachkräfteengpässe wirken sich demnach auf das
Rekrutierungsverhalten von Unternehmen aus. So zeigen mehr als 60 Prozent der
Unternehmen mit Personalbeschaffungsproblemen eine erhöhte Bereitschaft,
Menschen mit Migrationshintergrund zu beschäftigen. Auch die Übernahme von
gesellschaftlicher Verantwortung wurde von mehr als 54 Prozent der Befragten als
Motiv für die Einstellung dieser Zielgruppe genannt. Für die Hälfte dieser
Unternehmen hat die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund darüber
hinaus einen positiven Effekt auf die eigene Arbeitgeberattraktivität. "Die
Umfrage hat gezeigt, dass viele Unternehmen durch die Beschäftigung von Menschen
mit Migrationshintergrund ein positives Bild von sich und ihrer
Unternehmenskultur zeichnen möchten," so Christoph Heuer, Mitautor der Studie
und Experte für Fachkräftesicherung am KOFA. Auch die Förderung der kulturellen
Vielfalt in den Unternehmen kommt voran: So etablierten bereits zwei von fünf
Unternehmen (41,2 Prozent) eine durch kulturelle Vielfalt geprägte
Unternehmenskultur. Zudem fördert mehr als jedes dritte Unternehmen kulturelle
Vielfalt über die Bildung kulturell gemischter Arbeitsteams.

Als größtes Hemmnis bei der Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit
Migrationshintergrund sehen knapp 59 Prozent der Unternehmen die mangelnde
Anzahl an Bewerbungen. Auch aufenthaltsrechtliche Restriktionen und die
Unsicherheit im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration der potenziellen
Mitarbeitenden, zählen zu den Beschäftigungsschranken. "Die Zahlen der Studie
belegen, dass Menschen mit Migrationshintergrund bereits heute markant zur
Fachkräftesicherung beitragen. Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland
beschäftigt aktuell Menschen mit Migrationshintergrund und hofft auch zukünftig
auf mehr Bewerbungen. Wir werden für einstellende Unternehmen auch weiterhin,
über unsere Fachkräfteinitiativen, zahlreiche Unterstützungs- und
Beratungsangebote zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zur
Verfügung stellen," sagt Thomas Bareiß MdB, Parlamentarischer Staatssekretär am
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Unterstützung können sich
Unternehmen auch vom Nationalen Aktionsplan Integration (NAP-I) erhoffen. So
werden im Rahmen der Initiative alle Maßnahmen gebündelt, die zu einer besseren
Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland beitragen.

Über das KOFA: Das Projekt KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) am
Institut der deutschen Wirtschaft startete im Mai 2011 und wird durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Der Fokus des
Projektes liegt in der Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit. Das KOFA
bietet auf seiner Homepage http://www.kofa.de konkrete Handlungsempfehlungen und
Praxisbeispiele.

Nationaler Aktionsplan Integration (NAP-I): Der nationale Aktionsplan
Integration bündelt Maßnahmen für eine bessere Integration von in Deutschland
lebenden Migrantinnen und Migranten. Er wurde im Jahre 2006 auf dem ersten
Integrationsgipfel von den Teilnehmenden Akteuren wie der Bundesregierung, den
Bundesländern, den kommunalen Spitzenverbänden, zivilgesellschaftlichen
Organisatoren, Medien, Wissenschaftlern und Migrantenorganisationen beschlossen.
Die Maßnahmen sind unterteilt in die Phase vor der Zuwanderung, die
Erstintegration, die Eingliederung, das Zusammenwachsen und den Zusammenhalt (
http://www.nationaler-aktionsplan-integration.de/napi-de )

Pressekontakt:

Melanie Behrendt
Tel.: 0221/4981702
E-Mail: mailto:behrendt@iwkoeln.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/51902/4773145
OTS: Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) Institut der deut
schen Wirtschaft Köln e.V.


Diesen Artikel teilen

1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
25.11.20 23:04:10
Ja, Menschen mit Migrationshintergrund... allein bei uns in der Firma ( Handwerk ) dieses Jahr 3

Keiner ist geblieben, oder wollte da bleiben, trotz 18,00 € Stundenlohn...
An allem haben sie was auszusetzen, aber fordern, ja das können diese Menschen...
Qualifikation mangelhaft, Arbeitseinstellung und Leistung schlecht, Deutsch wenig,
und da reden alle über Integration ... was will man mit denen ??

Da gibt es nichts zu integrieren !

Disclaimer

Unternehmen Bewerber mit Migrationshintergrund erwünscht Menschen mit Migrationshintergrund tragen in Deutschland gezielt zur Fachkräftesicherung bei. So beschäftigt aktuell jedes zweite Unternehmen Menschen dieser Zielgruppe. Besonders in Branchen mit Fachkräfteengpässen werden häufiger Menschen mit …

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel